Karthago

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Karthago (lat. Carthago, griech. Καρχηδών Karchēdōn; aus dem phönizischen קרת חדשת Qart-Hadašt, deutsch „neue Stadt“) war eine antike Stadt in Nordafrika nahe dem heutigen Tunis in Tunesien. In der Antike war Karthago Hauptstadt der gleichnamigen See- und Handelsmacht. Die Einwohner Karthagos wurden von den Römern als Punier (abgeleitet von Phönizier) bezeichnet. Nach dem Untergang Karthagos wurde das karthagische Reich römisch. Heute ist die Stelle, an der Karthago lag (franz. Carthage, arabische Sprache|arab. قرطاج Qartādsch), ein Vorort von Tunis. Das archäologische Ausgrabungsgelände von Karthago wurde 1979 in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen und ist eine touristische Attraktion.

Geschichte

Karthago

Im Jahre 814 v.Chr. gründete Elissa (Dido), die Schwester des Königs der phönizischen Stadt Tyros, eine neue Stadt. So wurde der neue Ort auch genannt: „Kath-Adascht“ = „Die neue Stadt“, welche wir unter dem Namen Karthago kennen. Die Karthager waren Nachfahren des Urreiches im hohen Norden und verwahrten wie die Babylonier das alte Wissen um die Ilu-Lehre. Die Herkunft der Phönizier und Karthager ist ausführlich dargelegt von Jürgen Spanuth in „Die Phönizier – Ein Nordmeervolk im Libanon“.

Wie einst dem großen König Sargon I. zu Beginn der mesopotamischen Macht, so sandte die Gottheit nun am Anfang der karthagischen Geschichte abermals seine lichte Botin Istara auf die Erde. Diese erschien der Stadtgründerin und Herrscherin Elissa am Strande des Meeres und überbrachte der Königin das Urwissen, welches als „Ilu-Aschera“ auf goldenen Tafeln notiert wurde. Grundsätzlich waren die Karthager jedoch ein kriegerisches Volk, eher den Großengeln des Mittelreiches zugewandt, wie man im Heiligen Buch der Karthager erkennen kann. Aufgrund ihrer herausragenden seefahrerischen Fähigkeiten dauerte es nicht lange bis die Punier, wie die Römer die Karthager nannten, das westliche Mittelmeer kontrollierten und durch den Handel bereits einiges an Reichtum angehäuft hatten. Bald schlug ihnen der Neid der anderen Völker entgegen. Die Vorreiterrolle übernahmen die Römer, deren Machtstreben 264-241 v.Chr. zum ersten punischen Krieg führten, welcher hauptsächlich um die Herrschaft Siziliens entbrannte. Karthago verlor. In der Folge musste es reiche Gebiete an Rom abtreten und jährlich die horrende Summe von 1200 Talenten an die Römer zahlen. Im Jahre 221 v.Chr. wurde Hannibal (auf deutsch etwa „Günstling des Baal“) zum neuen König Karthagos. Er widmete sein Leben dem Kampf gegen die Römer. Es folgte der zweite punische Krieg (218-201 v.Chr.). Hannibal zog mit einem riesigen Heer von Infanterie, Reitern und Kriegselefanten von Spanien Richtung Alpen. Es gelang ihm diese zu überqueren, was damals eine Meisterleistung war. Kurz darauf stand er in Italien. Es folgten mehrere Schlachten in denen Hannibal den Römern riesige Verluste beibrachte. Ungehindert zog er durch das Römische Reich, immer etwas schneller und schlauer als seine Widersacher. Rom selbst griff er jedoch nicht an, es fehlten ihm die Belagerungsmaschinen. Währenddessen zog ein Heer der Römer in die Gebiete Karthagos – Hannibal war gezwungen seinen Angriff abzublasen und der Heimat zur Hilfe zu eilen. 202 v.Chr. kam es zur entscheidenden Schlacht südlich Karthagos, in der es den Römern gelang die Karthager zu besiegen. Es wurden ihnen nach und nach abermals ein demütigender Friedensvertrag auferlegt: Abgabe aller Kriegsschiffe, aller Waffen, hohe Tributzahlungen usw. Hannibal sollte ausgeliefert werden, doch er floh nach Bithynien in Kleinasien, dessen König ihm Schutz versprach. Leere Worte: Der König verriet Hannibal an die Römer. Als ein Heer ihn umstellt hatte, nahm sich der tapfere König der Karthager das Leben. Karthago selbst erging es nicht besser. Die Bewohner willigten der Abgabe ihrer Waffen ein (ob das ganz freiwillig war ist eine andere Sache) und hofften nun auf einen Frieden mit Rom. Doch die Karthager waren zu blauäugig, Rom war längst entschlossen die Stadt zu vernichten. So sandten sie der entwaffneten Metropole und den wehrlosen Bewohnern die Forderung die Stadt den Römern zu übergeben und sich mindestens zehn Meilen entfernt vom Meer irgendwo neu anzusiedeln. Eine ungeheure Forderung für ein Seefahrervolk wie es die Karthager waren: Keine Küste und zudem die Abgabe der Hauptstadt, mit den heiligen Tempeln, den Gräbern der Vorfahren und der zweitgrößten Bibliothek der damaligen Welt. Das war den Karthagern zu viel. Sie besannen sich all dessen, was sie in den Kämpfen gegen die Römer so bekannt gemacht hatte: Heldenmut, Kühnheit und Tapferkeit. Das entwaffnete Karthago erklärte den Römern den Krieg! Es folgte der dritte punische Krieg 149-146 v.Chr. Er endete in der vollständigen Vernichtung des karthagischen Reiches und des karthagischen Volkes. Die Römer machten alles dem Erdboden gleich. Doch es war ein würdiger Abgang der stolzen Nation. Mit ihren provisorischen Waffen konnten sie die Stadt drei Jahre(!) gegen die römische Belagerungsarmee verteidigen.

Zitate aus den Ilu-Schriften

Ruinen Karthagos

„Menschenwesen, die ihr seid in Karthago! Sprecht zu der Welt: Wir kennen den Weg und die Wahrheit. Sprecht zu der Welt: Wir gewinnen das nächste Leben uns in der Tapferen Welt. Sprecht zu den Menschen: Den Göttern folgen wir nach ins das hohe Reich! Denn es sind viele kleinen Mutes unter den Menschenwesen der Erdenwelt; und es sind wenige unter all diesen wie die Karthager. Darum haltet auf euch und verwechselt euch nicht mit solchen, die von außen daherkommen und Karthager nicht sind. Wer stürmte über die Meere dahin? Wer gewänne sich neue Länder? Wer rühmte sich großer Taten? Wer fürchtet die nächste Welt nicht noch das Überschreiten der Schwelle? Wer könnte all solches sagen von sich, der nicht vom Karthagischen wäre.“ Ilu-Malok, 21-23

„Wir haben das unsere getan; nicht minder tapfer als die babylonischen Helden einst das ihre taten. Stolz kehren wir heim zu den Ahnen! Sie blicken mit Stolz auf uns von der Spitze des Weltenmasts her über dem Berge in Mitternacht. Drei Kriege führte das Karthagerreich, wie einst ihm verhießen, gegen zahlreichen Feind. Erfüllt ist die Pflicht, niemals wankten wir, ewiglich leuchtet das Zeichen Karthagos in jener anderen Welt. Die Erdenwelt aber bleibt in der Feinde Hände zurück.“ Vermächtnis, Karthager-Buch

Ilu-Schriften karthagischen Ursprungs

Athiahe-Sprüche

Ilu-Aschera

Ilu-Baal

Ilu-Malok

Ilu-Tani

Tani-Baal-Gesetzestafel

Wola

Worte im Spiegel

Worte von Astarte

Quellen

Sabatino Moscati: Die Karthager. Kultur und Religion einer antiken Seemacht. Belser, Stuttgart 1996, ISBN 3-7630-2331-3

Giesbert Haefs: Hannibal. Der Roman Karthagos. Heyne, München 1993, ISBN 3-4530-6132-2