Die Wahrheit über Gott

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"Die Wahrheit über Gott" (vollständiger Titel: "Die Wahrheit über Gott, Schöpfung und Menschheit zur wahren Gott- und Selbsterkenntnis") dürfte erstmals Anfang der 1920er Jahre von der Erbengemeinschaft der Tempelritter in Wien herausgegeben worden sein. Die hier vorliegende Version beruht jedoch auf einem Nachdruck aus dem Jahre 1934. Herausgeber war die gesellschaftliche Vereinigung Wahrheit, die auch Botschaften von Wesenheiten des Jenseits und des Lichtes veröffentlicht hat.

(Informationsquelle: CN-Forum)


Text

Die Wahrheit.


Kapitel 1

Schon wieder eine "Wahrheit"!, - wird so mancher denken, bevor er noch so viel guten Willen aufgebracht und sich entschlossen hat, diese wenigen Blätter wirklich zu lesen, - was angesichts der unzähligen, der Menschheit von allen Seiten gebotenen und vielfach ihr auch aufgezwungenen "Wahrheiten" kein Wunder ist, da alle diese "Wahrheiten" Früchte tragen, die ihre wahren Werte selbst richtig kennzeichnen.

Diese unwiderlegbar feststehende Tatsache bringt es mit sich, daß gerade die aus eigenem weiter, reiner und höher denkenden Menschen, keine der vielen ihnen gebotenen oder auch schon aufgezwungenen "Wahrheiten" als Wahrheit annehmen können, denn je weiter, reiner, gründlicher, und höher sie aus eigenem denken, desto früher und besser erkennen sie all' der gepriesenen "Wahrheiten" Widersprüche, Irrtümer und selbst auch offenbar absichtliche Lügen, und weil sie gerade auch deshalb doch weiter das Reinere, Höhere und Erhabenere suchen, sind sie Wahrheitssucher.

Jedermann aber, der die Wahrheit aufrichtig sucht, wird trotz der vielen Enttäuschungen, die ihm die vielen widerspruchsvollen und deshalb auch mit vollem Rechte von ihm abgelehnten "Wahrheiten" bereitet haben, diese wenigen Blätter nicht von vornherein schon mit ablehnen, denn gerade für diese, bisher durch alle die unzähligen "Wahrheiten" so schwer enttäuschten, Menschen sind die folgenden Ausführungen bestimmt.

Über den wahren Sinn und Geist der da kurz zusammengedrängten groben Umrisse des Großen-Ganzen, soll jedermann hernach selbst aus eigenem frei urteilen, und erkennt er guten Willens den wahren Sinn und Geist des ihm da Gebotenen richtig, wird er auch erkennen und wissen, Welchem Geiste die da jetzt bestehende Gemeinde der Wahrheit dient, und welches Wissen sie in einem Glauben pflegt, der selbst im wahren Wissen anderer begründet und festgefügt, in lebendiger Erkenntnis Der ewigen Wahrheit, wie auch in der wahren Selbsterkenntnis aufgeht.

Unstreitig gibt es "Berge" allerlei sachlich-fachlichen Wissens und noch mehr allerlei Glaubens; jedes Wissen aber und jeder Glaube, ob eines das andere ergänzend oder einander widersprechend, letzten Endes allesamt doch nur in "unerforschlich-unergründlichen Geheimnissen" landen und zu diesen alsogleich stets Zuflucht nehmen müssen, so sie die allereinfachsten und vernünftigsten Fragen des Seins und Daseins, des Woher, Wieso, Warum, Weshalb, Wozu und Wohin beantworten sollen, sind doch allesamt weder ein wahres Wissen, noch ein wissender, in Der Wahrheit begründeter Glaube, können aus diesem einfachen Grunde keinem aus eigenem weiter, reiner und höherstehenden Geist auf die Dauer befriedigen und haben eben nur jene Werte, die der findige Geist aus ihnen und durch sie für sich schöpft.

Das Streben des aus eigenem erkenntniswilligen Geistes nach der wahren Erkenntnis, seine Erkenntnis, daß alle die ihm bisher gebotenen "Wahrheiten" keine Wahrheit sind, die ihm das Sein, Dasein, das Woher, Warum, Weshalb, Wieso und Wohin auch halbwegs nur verständlich-glaubhaft und einleuchtend erklären würde, - die Kraft, die einen solchen Geist gelegentlich allem Irdischen unendlich weit entrückt und ihn die gesuchte Wahrheit  d o r t (!)  ahnen läßt, zeigt an sich schon, daß der Geist keines irdischen Ursprungs ist, und daß sein Dasein einen unendlich erhabeneren Zweck hat, als allein den Magen und die Taschen zu füllen, die er, ob noch so gefüllt oder noch so leer, schließlich doch da lassen muß.

Leider ist die weitaus überlegene Zahl der Menschen seelisch-geistig so weit gebracht worden und demnach auch seelisch-geistig so eingestellt, daß sie für die Erkenntnis Der Wahrheit nur sehr wenig oder überhaupt kein Interesse findet, ganz besonders aber dort nicht, wo sie sich aus allen ihr gebotenen "Wahrheiten" eine eigene "Wahrheit" zurechtgelegt hat und zwecks eigener Vorteile nach außenhin "Wahrheiten" zu glauben heuchelt, die sie innerlich verneint oder sie gar selbst als offenbare Lügen empfindet.

Gelangen diese kurzgedrängten Ausführungen auch den lieben Mitmenschen einer solchen seelisch-geistigen Einstellung in die Hände, und werden sie von ihnen auch nur ein einzigesmal wirklich gelesen, werden ganz sicher auch die Denkenden unter ihnen auf ganz andere Gedanken als bis dahin kommen, selbst dann, so sie diese kleine Schrift nach dem Lesen kopfschüttelnd, vielleicht auch mißachtend, beiseite legen, oder gar zornig wegwerfen,- denn einmal gelesen, bleibt der lebendige Sinn und Geist des da Geschriebenen in der Seele so weit haften, daß er gelegentlich auch in dem Abgeneigtesten wieder lebendig wird und gute Frucht bringt, indem er ihn zum weiteren, reineren, höheren und erhabeneren Selbstdenken und Selbsterfühlen leitet.

Daß aber über alles irdische Wissen, Glauben, Können, Trachten und Wollen unendlich hoch erhaben rein und heilig Die ewige Wahrheit steht, gaben und geben die größten und weisesten Denker vieler Zeiten und Völker unumwunden zu; - allein aber auch sie fragten und fragen sich auch heute vergeblich, Wer, Was, Wie und Wo Diese ewige Wahrheit ist, und gleich vergeblich werden ihnen nach auch in der Zukunft alle jene fragen, die durch ihre eigenen "Wahrheiten" irregeleitet und irregeführt, Die ewige Wahrheit nicht allein in Dem erkennen werden wollen, Der persönlich im Wesen, Geiste und Leben, allein Die ewige Wahrheit ist.

Weil Die Wahrheit allein in und durch Ihn ewig Die unwandelbar-unveränderliche Wahrheit ist, muß derjenige, der die ewige Wahrheit aufrichtig sucht, nicht nur tiefer in die gegenwärtig gepriesenen "Wahrheiten", sonder auch geistig in die Ewigkeit mitgreifen - und weil es die Menschen aus eigenem heute nicht mehr tun können, sollen alle jene, die soweit sie guten Willens sind, gleich allen gegebenen Zeiten zuvor, auch anjetzt durch eine Offenbarung dahin gebracht werden.

Die weiteren Ausführungen dieser Blätter sind also eine Offenbarung, zwar durch einen Menschen gegeben, nicht aber ein Menschenwissen und deshalb auch kein Menschenwerk, sondern Werk und Wissen derjenigen, die Dem nahestehen, Der allein Die ewige Wahrheit ist und die, Des wahren Lichtes und Des wahren ewigen Lebens Des heiligen Geistes Derselben ewigen Wahrheit teilhaftig, Das(!) offenbarend durch den ihnen gegebenen Menschen bringen und geben, Was(!) Derjenige, Der allein Die ewige Wahrheit ist, wesentlich-persönlich Selbst einst auf die Erde gebracht, gegeben und da gelassen hat,-

Was aber die Bosheit bald hernach beraubt, verdreht und fast bis zur Unkenntlichkeit heimtückisch entstellt hat, damit kein Mensch zum Lichte der wahren Erkenntnis gelange und der seelisch-geistigen Finsternis anheimfalle.

Kapitel 2

Es ist also - "eine bloße Offenbarung", - die da in knappen Umrissen, - das Sein und Dasein, das Woher, Wieso, Weshalb, Warum und Wohin zusammenfasst, - gegeben ist und sich zwanglos jeder freien Beurteilung, Annahme oder auch Verwerfung frei darbietet; - wie(!) sie durch den uns gegebenen Bruder Mittler zustande kommt, darüber geben aberhunderte der lieben Geschwister unserer Christengemeinde auf Erde, die Geschwister der Gemeinde Der Wahrheit eine weitergehende Auskunft und Aufklärung jedermann, der es wissen will.

Wollen heute die weltlichen, mehr aber noch die geistlichen Wissenschaften jede Prophetie und Offenbarung anderer Welten unter keinen Umständen gelten lassen, weil es den weltlichen Wissenschaften nach - so etwas - überhaupt nicht gegeben hat und auch nicht gibt, - und wollen die geistlichen Wissenschaften durchaus wissen, daß das Prophetentum und die Offenbarung allein dem Hebräertum eigen war, daß alles das mit dem Absterben des letzten der anerkannten Propheten der Beschnittenen für alle Zukunft abgeschlossen sei, und daß die weiter sich durch Propheten-Medien-Mittler gelegentlich etwa doch weiter kundgebenden Wesen anderer, den Menschen unsichtbaren, Welten nichts sonst als allein finstere und böse Dämonen sind, - soll da der Lesende selbst denken, selbst prüfen, selbst urteilen, selbst erkennen und selbst entscheiden, was für eine Art von - "Dämonen" - es ist, die in groben Umrissen, kurz zusammengefasst, Folgendes offenbart:

„Vor jeglichem Anfange ist Gott, Seines eigenen heiligsten Wesens, Geistes und Lebens Wort, Welches vor dem Anfange allein in Gott war und Gott ist Das Wort!“

Durch Ihn ist die Ewigkeit und Unendlichkeit, da die Strahlungskraft Seines allgegenwärtigen Geistes unbegrenzt, also unendlich ist, und die Ewigkeit kraft Seines persönlichen heiligsten Wesens, Geistes und Lebens, also in und durch Sein lebendiges Sein besteht; – höchstvollkommen in Seinem ewigen Wesen, Geiste und Leben, bedarf Er für Sich weder des Raumes noch der Zeit, weil Er kraft Seines persönlich-wesentlich-lebendigen Seins Selbst die Ewigkeit und kraft der allgegenwärtigen Strahlung Seines heiligen Geistes die Unendlichkeit ist.

Wäre Er in aller Ewigkeit vor dem Anfange, der nicht Ihm, sondern uns gilt, allein dagewesen, wäre Sein Schaffen allein auch in der Ewigkeit und in der Unendlichkeit aufgegangen, also ohne Zeit und Raum, würde es allein Seinem Wesen, Geiste und Leben gegolten haben – und dessen bedarf Er nicht!

Weil Er aber auch nicht vor dem uns geltenden Anfange, sondern von aller Ewigkeit zuvor niemals allein, sondern wir und mit uns alles das Seelisch-Geistige, das da ist, ob wir es kennen oder auch nicht, mit und neben Ihm gewesen ist, schuf Er niemals für Sich, und weil wir in der Ewigkeit vor dem uns geltenden Anfange als Seele und Geist (Schale und Kern) wohl wesentlich, jedoch ohne Leben, ohne entwickelter Gestaltung unseres seelischen Wesens und ohne Strahlungsmöglichkeit des unserem ewigen seelischen Wesens untrennbar eigenen Geistes da waren, räumlich auf die eigene Scheinwesentlichkeit kraft- und wirkungslos beschränkt, schuf Er für uns Raum durch Erschaffen der Welt Seines Reiches, gab uns dort das Leben, von und aus Ihm Selbst, durch Sein weiteres, aber auch durch unser eigenes Schaffen in der für uns geschaffenen Welt Seines Reiches, ward für uns der bewußte Anfang unseres Seins und durch das aufeinander folgende Geschehen ward auch die Zeit geschaffen für uns durch Ihn.

Also ist der Raum für uns in der Schöpfung Gottes und durch diese begrenzt uns gegeben, gleich der, durch das aufeinanderfolgende Geschehen für uns geschaffenen Zeit, da wir nur räumlich und zeitlich schaffen können; jeder begrenzte Raum (Räume) gehört aber der Unendlichkeit ganau so an, wie die das Schaffen begleitende Zeit der Ewigkeit angehört; – allein nur deswegen und deshalb, weil die Unendlichkeit „Raum“ zu nennen im Irdischen Gewohnheit ist, bleiben auch wir dabei, darauf nur hinweisend, wie schwer sinnwidrig beispielsweise die Redensarten von einer „unendlichen Kugel des Raumes“ von einer „unendlichen Kugel der Weltseele“ oder gar von einer „unendlichen Kugel eines Geistwesens“ sind, mit dem denkschwache Nörgler auch wissenschaftlich „Gott erklären“ wollen.

Nun aber mühen sich viele mit Fragen ab, aus was Gott die wahre Welt Seines Reiches geschaffen hat? – und wir müssen sagen, aus dem Nichts, – denn das, was da vor dem uns geltenden Anfange an Anorganischem vorhanden war, konnte als Anorganisches weder betrachtet, noch genannt werden, weil es substanz-, kraft- und wirkungslos und daher ein unbenennbar-unräumlich-unbegrenztes Scheinsein ohne irgendwelcher eigenen Werte gewesen ist, eine unendliche Leere, die zwar vorhanden, niemals aber aus sich selbst substantielle Werte und Kräfte hervorbringen und sich selbst gar niemals jene Gesetze geben hat können, die den geschaffenen Substanzen und Kräften innewohnen und eigen sind, Gesetze, denen das seelen-, geist- und leblose Anorganisch-Substantielle pünktlich gehorcht und die unverkennbar deutlich die höchste Vollkommenheit Jenes Wesens und Geistes offenbaren, Der sie also geschaffen hat.

Also war zwar vor der Schöpfung der wahren Welt Des Reiches Gottes, vor dem uns geltenden Anfange, auch irgend ein wesen-, kraft- und wirkungsloses Scheinsein an dem zu werdenden Anorganischen da, – es mußte aber aus der wesen-, kraft- und wirkungslos leeren Nichtigkeit anorganisch-substantiell-sphärisch Wesentliches, aus dem Kraftlosen die Kräfte, aus dem Wirkungslosen Wirksames und nach ganz bestimmt gewollten Gesetzen Wirkendes, erst geschaffen werden; – nicht aber für Gott, – denn würde Er es zu Seinem eigenen persönlich-wesentlich-lebendigen Sein und Dasein benötigt haben, hätte es bereits vor Ihm bestehen müssen, dann aber wäre Er überhaupt nicht.

Solche Gedanken aber weiter zu spinnen, ist an sich schon so widersinnig, boshaft nörglerisch, und schwachsinnig-dumm zugleich, daß es sich von selbst erübrigt, darauf hinweisen zu müssen, denn wer immer sich widersinnig-boshaft und nörglerisch-dumm über Gott hinwegzusetzen trachtet, der watet auch schon in der Finsternis und muß im Sumpfe unerforschlich-unergründlich-finsterer Geheimnisse seelisch-geistig ersticken.

Wären aber auch wir von aller Ewigkeit her mit und neben Gott nicht gewesen, hätte Er für uns die Welt Seines Reiches nicht schaffen können, denn für Ihn allein hätte Das Himmelreich gar keinen Zweck; – und würde das Sein unseres seelischen Wesens mit dem ihm untrennbar eigenem Geiste nicht ein ewiges sein, wären wir niemals in Sein Reich, schon aber gar niemals in das Reich der Erde dieser Welt, gelangt.

Wie jedes Menschenwerk auf Erden die Schöpfungskraft des erkenntnisfähigen, schaffenden Geistes der lebendigen Menschenseele unverkennbar bekundet und bestätigt, bekundet und bestätigt das gesamte All dieser Welt unendlich mehr noch und deutlicher Die Schöpfungskraft Gottes, da es jenen Gesetzen pünktlich folgt, die unzweideutig klar Den lebendigen und schaffenden, höchstvollkommenen Geist offenbaren, Der sie geschaffen hat, welche unwiderlegbare Tatsache durch die weitere Tatsache erhärtet ist, daß je weiter und je gründlicher der erkenntnisfähige Geist der da lebendigen Menschenseele das Wesen der von Gott geschaffenen Substanzen, deren Kräfte und die Gesetze, denen es unterworfen ist, erkennt, er desto mehr selbst darin wirken und daraus Dinge schaffen kann, welche die sogenannte, von unwissenden oder boshaften Gottesleugnern heuchlerisch gepriesene Natur nicht kennt und die vielfach äußerst unnatürlich derselben heuchlerisch gepriesenen Natur hohnsprechen.

Ein solches Trachten, Tun und Schaffen, aber, liegt mehr oder weniger in dem Mangel an wahrer Gott- und Selbsterkenntnis und dieser Mangel stellt an sich schon eine seelisch-geistige Leere und Wüstenei dar, ganz besonders dort, wo die Menschenseele durch den ihr untrennbar ewig eigenen Geist mehr Böses als Gutes zu eigen hat und der Geist ohne wahrer Gott- und Selbsterkenntnis auch sich selbst umsonst fragt, (so er überhaupt fragt), wieso und woher alles das kommen mag?

Kapitel 3

Nun sind wir im Wesen der Seele und des Geistes eines ewigen Seins mit und neben Gott da und als solche sind wir weder von Ihm erschaffen, noch sind wir irgendwie erst entstanden, weil wir sind! – allein  v o r  dem für uns geschaffenen Anfange,  v o r  der Erschaffung der wahren Welt Seines Reiches, mit welcher für uns auch Raum und Zeit geschaffen ward, – sind wir seelisch-gestaltlich unentwickelt mit dem, dem seelischen Wesen untrennbar eigenen, Geiste wohl wesentlich, jedoch aber kraft- und wirkungslos brachliegend dagewesen in der Nichtigkeit eines Scheinseins von Schale und Kern, als ein lebloser, nicht aber toter Same einer seelisch-geistigen Zweieinheit, – wogegen Gott in Der ewigen Dreifaltigkeit Seines heiligsten Wesens-Geistes-Lebens so da war, wie Er unwandelbar-unveränderlich Derselbe Einpersönlich-wahre, ewige Gott ist!

Was aber die Unscheinbarkeit und Nichtigkeit des Seelischen als Schale, mit dem Geiste als Kern, an Grund- und Stammwerten hypostatisch in sich barg, hat sich alsbald gezeigt, nachdem wir als leblose Zweieinheit von der für uns geschaffenen wahren Welt des Reiches Gottes angezogen und dort kraft Der Lebensstrahlung Seines heiligen Geistes das Leben von und aus Ihm empfangen haben; kraft des empfangenen Lebens entfaltete unser Geist sich zu eigenem Strahlungsvermögen nach innen, wie auch weit nach außen hin, wuchs infolge dessen und kraft seiner lebendigen Entfaltung, wuchs auch die lebendige seelische Schale zu einem wohlgestalteten Körper.

Diese Schale aber konnte nur soweit wachsen und sich nur zu jenen gestaltlichen Formen entwickeln, die ihr von Ewigkeit her als ihre ureigensten Grund- und Stammwerte hypostatisch eigen sind; – diese hypostatisch dem Wesen der seelischen Schale (also dem Wesen des seelischen Astralleibes) von Ewigkeit her eigenen Grund- und Stammwerte sind das Gesetz, welches dem Wachstum, dem körperlichen Aussehen und den gestaltlichen Formen eines jeglichen seelisch-geistig- lebendigen Wesens bestimmte und ganz bestimmte Grenzen setzt, die auch der größte und entfaltungsfähigste Geist nicht überschreiten und schon gar niemals aufheben kann.

Also kann sich kein Bewohner der Welt Des Reiches Gottes, kein irdischer Mensch und keine Menschenseele des Jenseits, zwei oder mehrere Köpfe, Flügel oder Körperformen geben, mag der Wille und die Wünsche noch so danach verlangen, und aus demselben obenerwähnten Grunde gibt es keine Metamorphosen, wie sie die modernen Evolutionslehren, den uralten Mono- und Polyphyleten nach, wieder einmal frisch ausgegraben haben, denn jedes einzelne Individuum jeglicher Art und Gruppe, ob dem Pflanzenreiche, der Tierwelt oder der Menschheit zugehörig, trägt die ihm ureigene Gestalt, Glieder, Formen, Größe u.s.w. in seinem seelischen Astralkörper als seine ureigensten Grund- und Stammwerte, bringt sie auch auf die Erde dieser Welt mit, baut sich da ihnen nach seinen irdischen Körper (Leib) auf, der freilich hier nur dann zur vollen Entwicklung gelangen kann, so das Wesen nicht durch klimatische und durch die unzähligen anderen ungünstigen Umstände oder gar gewaltsam daran gehindert wird.

Die Erde ist gleich allen anderen Himmelskörpern dieser Welt anorganischen Wesens, also seelen-, geist- und leblos, kann als solche an sich weder die Seele, noch den Geist und daher auch kein Leben zeitigen, schaffen und erzeugen, weil das Leben ein untrennbares Eigentum des Geiste und dieser selbst von aller Ewigkeit her das untrennbare Eigentum des seelischen Wesens ist, dem allein die Grund- und Stammwerte seiner Gestalt, Glieder, Größe und Formen von aller Ewigkeit her hypostatisch eigen sind.

Der Geist als solcher an sich hat weder Gestalt, noch Leib, Kopf, Glieder, Augen, Ohren, Zunge und andere Körperorgane, denn alles das ist allein dem Organismus des seelischen Astralleibes eigen, um der lebendigen Strahlungskraft des Geistes so gut nach innen, und je seiner Beschaffenheit nach auch weit nach außenhin zu dienen; das Wesen des seelischen Astralleibes, weil es von aller Ewigkeit her einer ganz anderen hypostatisch-substantiellen Beschaffenheit ist, als der ihm untrennbar eigene Geist, dient diesem als ein unzerstörbarer und unvernichtbarer Körper und Leib, durch den und durch dessen Sinne er nach innen, wie auch weit nach außen hin, infolge seiner eigenen Strahlungskraft wahrnimmt, um das Wahrgenommene in dem seelischen Astralleibe zu sammeln, aufzuspeichern, zu behalten, um selbst daraus wieder zu schöpfen, oder es auch als unwillkommen abzulehnen und abzustoßen.

Die Behauptung der heutigen „exakt“ sich nennenden Wissenschaften, daß es absolut keinen Geist gibt, der nicht unbedingt an einen ganz bestimmten lebendigen Leibesorganismus gebunden ist, ist an sich ganz richtig und auch wortwörtlich genommen, besteht sie vollinhaltlich zurecht; – die Annahme aber, daß der lebendige Leibesorganismus allein der irdische Leib sei und der Geist nicht nur an den irdischen Leibesorganismus gebunden, sondern von dessen Gehirnmasse auch noch gezeitigt und erzeugt wird, ist dafür „doppelt exakt“ falsch, und gibt demselben, solche Annahmen produzierenden, Geiste das sprechendste Zeugnis, daß seine eigene Strahlungskraft, besonders nach innen hin, sehr beschränkt ist.

Kapitel 4

Als eine ewige Zweieinheit, seelische Schale mit ihrem geistigen Kern, sind wir erstens in die wahre, für uns geschaffene Welt Des Reiches Gottes aufgenommen und dort durch die Gabe des Lebens von und aus Gott, seelisch-geistig-lebendig, also im Wesen-Geiste-Leben dreieinig geworden, wie Er Selbst ewiglich in Seinem heiligsten Wesen-Geiste-Leben dreieinig ist.

Nicht also Gott hat uns erschaffen, aber das Leben hat Er uns von und aus Seiner eigenen ewigen Lebenskraft gegeben; hätte Er uns erschaffen, wären wir niemals so, wie wir geworden sind und wie wir sind, denn wie wir seelisch-geistig heute sind, sind wir es gegen Seinen heiligsten Willen und gegen Sein heiligstes Wort geworden; – auch sind wir nicht irgendwie jemals erst entstanden, sondern weil wir sind, waren wir und werden wir sein, weil unser Sein ein ewiges im Wesen und im Geiste ist, dem Gott von Seiner eigenen Lebenskraft das Leben gegeben hat, aus welchem Grunde das Leben aller seelisch-geistig-lebendigen Einzelwesen ein und dasselbe Leben ist.

Die Gabe des Lebens und ihr nach die Wahrnehmung der für uns geschaffenen und auf uns einwirkenden Dinge und Kräfte des Anorganischen-Substantiell-Sphärischen der wahren Welt Des Reiches Gottes hat allsogleich auch das Bewußtsein zur Folge gehabt, – wir sind uns unseres Seins und Lebens bewußt geworden, – und da alles das zugleich lebendig gewordene Seelisch-Geistige kein Werden des Seelisch-Geistigen jemals wahrnehmen konnte, gleichsam aber auch kein Vergehen, war uns ein Anfang und ein Ende unseres Seins undenkbar und unvorstellbar, denn tatsächlich kennt das seelisch-geistige Wesen unseres wahren Ichs weder einen Anfang, noch ein Ende, weil es eben ewig ist.

Wohl war uns ein Werden der von uns im Reiche Gottes geschaffenen Dinge bekannt, denn jedes, unsererseits dort geschaffene Werk mußte begonnen und beendet werden; davon aber Schlüsse auf das eigene Sein ableiten zu wollen, war uns aus dem einfachen Grunde gar nicht möglich, weil wir uns dort keines eigenen Werdens bewußt, in allem Seelisch-Geistig-Lebendigen das ewige Sein sahen, welches ein Vergehen von selbst ausschließt, ja es undenkbar macht.

Der seelische Astralkörper fühlte die Ein- und Auswirkungen der anorganisch-substantiell-sphärischen Kräfte der wahren Welt Des Reiches Gottes und der Geist, der Sinne des ihm untrennbar eigenen seelischen Astralkörpers sich bedienend, und die eigene Strahlungskraft auch weit nach außenhin sendend, nahm die für uns von Gott geschaffenen Dinge der wahren Welt wahr, – und schon war das Trachten nach einer eigenen Tätigkeit und nach einem eigenen Schaffen da. Allein was immer der Geist an eigenem Schaffen, – auch schon kraft der Gefühle des ihm eigenen seelischen Astralleibes dazu mit veranlaßt, – in diesem schuf, ist vorerst doch nur eine bloße Vorstellung gewesen, und wäre auch eine bloße innere Vorstellung geblieben, die nach außen hin niemals in greifbare Wirklichkeit umgesetzt und niemals handgreiflich verwirklicht werden hätte können, um auch allen andern als handgreiflich vorhandenes und verwendbares Werk und Ding zu sein.

Sollten die Vorstellungen des Geistes wesentlich verwirklicht werden, hätte sie der seelische Astralleib durch seiner Hände Arbeit aus dem dort vorhandenen Anorganisch-Substantiell- Sphärischen als handgreifliche Dinge manuell erzeugen, schaffen, bilden und verfertigen müssen, damit das Schaffen des Geistes in der Vorstellung auch sachlich-greifbare Wirklichkeit außerhalb seiner finde in manuell geschaffenen und auch aller seiner Umgebung greifbaren, benützbaren und beweglichen Werken und Dingen, – und das hätte der seelische Astralleib, so wie er substantiell als solcher an sich von Ewigkeit beschaffen ist, nicht tun können, weil das von Gott für ihn geschaffene Anorganisch-Substantiell-Sphärische, (ob das Seines Reiches, ob das der Erde oder ob das der Welten des Jenseits) einer ganz andern Beschaffenheit ist und es auch sein muß, weil sonst weder der Geist und schon gar niemals der seelische Astralleib darin schaffen und sich dadurch auswirken könnte.

Also mußte der seelische Astralleib von dem Anorganisch-Substantiell-Sphärischen, in und aus dem er die Vorstellungen seines Geistes handgreiflich verwirklichen sollte, dasjenige und soviel davon durch Einverleibung an sich nehmen, daß er damit und dadurch selbst auch dem Anorganisch-Substantiell-Sphärischen der wahren Welt steigernd bis zur bestimmten Grenze anpaßt, es greifen, formen, bilden, lösen, binden, also manuell darin schaffen und es eben dazu verwenden konnte, um jeder gesunden, vernünftigen und erfüllbaren Vorstellung des Geistes greifbare Wirklichkeit zu geben.

Also schuf sich der seelische Astralkörper seinen himmlischen Leib (Körper) oder will es wer durchaus so nennen, seinen himmlischen Leibesorganismus, der aber, weil gestaltlich dem seelischen Astralkörper angepaßt, die Grenze der, dem seelischen Astralkörper von Ewigkeit her eigenen, gestaltlichen, Grund- und Stammwerte niemals überschreiten, sondern in gegebenen Fällen höchstens zu ihrer völligen Entfaltung und Entwicklung das seine beitragen konnte.

Gott Selbst schafft im großen kraft Seines bloßen Willens durch die Kräfte, ohne manuell zugreifen zu müssen, – so weit Er nicht etwa allem erkenntnisfähigen Geiste zum Vorbilde und Beispiele, Selbst auch manuell im kleinen schafft; – wir aber, als unvollkommene lebendige Seelenwesen erkenntnisfähigen Geistes, können nur dann in und aus dem von Ihm für uns Geschaffenen im kleinen manuell schaffen, so der seelische Astralleib vorerst selbst davon an sich (durch Einverleibung) nimmt, sich also anpaßt und sich damit sozusagen „verdichtet“, (was aber kein richtiger Ausdruck ist), denn nur dann können die gefaßten Vorstellungen des Geistes, (soweit sie überhaupt vernünftig und ausführbar sind), sachlich bewerkstelligt und tatsächlich durch manuelle Arbeit verwirklicht werden.

Wohl gab und gibt es unter den unzähligen Scharen seelischer Wesen erkenntnisfähigen Geistes viele einzelne, deren Wesen und Geiste mehr oder minder ähnliche Kräfte eigen sind wie jene, die das ewige Eigen Gottes sind und auch diese Wesen können gegebenenfalls, gelegentlich und begrenzt, kraft ihres bloßen Willens im kleinen schaffen; doch aber mit den Kräften Des höchstvollkommenen heiligsten Wesens und Geistes verglichen, ergeben sie alle zusammengenommen nicht einmal einen Schatten Seiner Kraft.

Kapitel 5

Also waren wir einstens in der wahren Welt Des Reiches Gottes geistig schaffend, Gott und uns allen gegenseitig zur Freude manuell werktätig im seligen Frieden, keinerlei Art irgendwelcher Bedrängnis kennend, da die Beschaffenheit des Anorganisch-Substantiell-Sphärischen der Welten Seines Reiches in allen Dingen, Kräften und Auswirkungen eine solche ist, daß sie jede Art irgendwelcher auch nur gedachten Bedrängnis, (wie solche das Irdische mit sich bringt) oder irgendwelcher auch nur unangenehmen Gefühle, von vornherein schon vollkommen ausschließt.

Alle unsere Werktätigkeit dort war ein Schaffen im Lichte, denn die allgegenwärtige Strahlungskraft Gottes heiligen Geistes, alles das von Ihm für uns geschaffene Anorganisch- Substantiell-Sphärische der wahren Welt durchdringend, schafft das sphärische Licht Seines Reiches, welches dort durch alle Dinge flutend und also auch allen Dingen eigen, kraft ihrer gegenseitigen Wirkung zu-, in- und aufeinander an sich schon jeden tieferen Schatten, eine Finsternis aber vollkommen ausschließt, und allem dort Vorhandenen in allen Dingen eine Farbenpracht gibt, gegen welche die auf Erden sich dem Auge darbietende Farbenpracht ein bloßer Schatten ist.

Dieses Licht der wahren Welt Des Reiches Gottes ist aber nicht Das lebendige über alles unendlich erhabene Licht Seines heiligsten Wesens und Geistes; – wohl ist das Licht Seines Reiches das Ergebnis der alles dort durchdringenden Strahlungskraft Seines heiligen Geistes eigenen Kräfte, es geht aber kraft seiner Wirkung auf die Dinge und in den Dingen auch von diesen aus hervor, ohne daß sie dadurch irgendwie erhitzt, glühen oder flammen müßten, was ausgeschlossen ist, und deshalb läßt sich das Licht der wahren Welt Des Reiches Gottes mit dem allerlei Licht dieser irdischen Welt in gar keiner Weise vergleichen.

Die Annahmen oder gar Behauptungen armseliger Denker, besser gesagt unfähiger Nörgler, das Licht des Irdischen und des Firmamentes sei nur ein Trug der Sehorgane des irdischen Leibes und nur dort als vorhanden wahrnehmbar, wo der Geist es bewußt zur Lichterscheinung erhebt u.s.w., sind ganz falsche und ganz verkehrte Weisheiten, denn das materielle Licht dieses Alls mit der Erde ist auch dann wesentlich vorhanden da, so es das Sehorgan infolge mangelhafter Beschaffenheit, oder überhaupt nicht vorhanden, auch nicht wahrnehmen, und so es deshalb auch der Geist zu einer Lichterscheinung nicht erheben kann.

Für einen solchen Armen ist das Licht dieser Welt freilich nicht da, trotzdem es unvermindert wesentlich als Stoff und Kraft da ist; doch aber ist ein solcher Armer niemals so arm wie jene Sehenden, die, weil sie Gott und die eigene Seele, die sie sind, leiblich-sinnlich nicht wahrnehmen können, und Sein heiligstes Wesen gleich dem ewigen Wesen des ureigensten wahren Ichs zum geistigen Bewußtsein nicht erheben wollen, und deshalb Das persönlich-wesentlich-lebendige Sein Gottes, wie auch das persönlich-wesentlich-lebendige Sein der eigenen Seele „einfach“ verneinen. – –

Weil wir einst im Reiche Gottes, um leiblich-manuell die Vorstellungen des eigenen oder auch des andern erkenntnisfähigen Geistes handgreiflich verwirklichen zu können, von dem für uns dort geschaffenen Anorganisch-Substantiell-Sphärischen angenommen und dadurch unserem seelischen Körper, einen himmlischen Leibesorganismus, geschaffen haben, was der Geist als solcher an sich allein gedacht, niemals bewerkstelligen hätte können, weil er selbst gestaltlos ist, haben wir mit dem dort Angenommenen folgerichtig auch das Licht der wahren Welt uns mit einverleibt und auch schon dadurch war unser dort getragener Leibesorganismus selbst auch licht, ungleich von jenem lebendigen Lichte übertroffen, welches kraft der Einwirkung des Geistes auf den eigenen seelischen astralen und durch diesen auf den angenommenen himmlischen Leib, wie auch umgekehrt, die Einwirkung dieser beiden Faktoren auf den eigenen Geist, wir uns als unser eigenes, seelisch-geistig-lebendiges Licht selbst geschaffen haben.

Die schier unendliche Mannigfaltigkeit dieses eigenen lebendigen Lichtes hat sich aus der schier unendlichen Verschiedenheit unseres seelisch-geistigen Wesens ergeben, denn obwohl wir (wir sprechen da allein von Seelen erkenntnisfähigen Geistes) gestaltlich und im Aussehen alle einander noch so ähnlich waren und es auch weiter sind, gab und gibt es unter uns keine zwei gleichen, weder im Seelischen, noch im Geistigen, noch im Leiblichen; – diese unendliche Mannigfaltigkeit ist gut, denn gerade auch durch sie ist das ureigenste persönlich-wesentliche Ich jedem einzelnen gegeben und bestätigt.

Äonen von Zeiten lebten, wirkten und schufen wir im Reiche Gottes, ungestört und ungetrübt war die Seligkeit des Friedens, die Freude aneinander und das Schaffen füreinander, alles aber zum Lobe, Preise, Verherrlichung und Anbetung Gottes, durch Dessen heiligstes, mit Seinem eigenen Munde gesprochenes Wort, auch wir das Sprechvermögen empfangen haben und kraft des gesprochenen lebendigen Wortes über alles unterrichtet wurden, was unserem bewußt lebendigen Sein und Schaffen in Seinem Reiche erweiternd und entfaltend notwendig war.

V o n  Ihm also,  a u s  Ihm und  d u r c h  Ihn ist das lebendige Wort lebendiger Sprache auch uns gegeben, allein  i n  Ihm war vor dem von Ihm für uns geschaffenen Anfange der Zeiten, Das lebendige Wort Gott, Welches wir nun zu Ihm sprachen, – von Ihm, aus Ihm und durch Ihn sind alle die Fingerzeige und Weisungen zum Schaffen des Guten, Schönen, Erhabenen und Reinen, Sein Schaffen im großen war uns das Vorbild, Beispiel und der Ansporn zum Schaffen im kleinen und also sind Zeiten vergangen, für die kein irdischer Mathematiker eine Formel und eine genügende Anzahl, einer Eins anzuhängenden, Nullen findet.

Kapitel 6

Leider sollte es für viele nicht ewiglich also bleiben; – das was nun diesen Zeiten folgte, war nicht und ist nicht von Gott, sondern von einem erkenntnisfähigen und an sich großen Geiste ausgegangen, der nach all den Äonen von Zeiten selig-friedlichen Lebens und Schaffens – Gott zu beneiden begann, ob Seiner Allmacht, ob Seines Lichtes, ob Seiner Kraft, ob Seines höchstvollkommenen Wesens und Geistes, ob des kindlichen Zutrauens all der, Seine Kinder sich nennenden unendlichen, Scharen der Welten Seines Reiches, ob ihres Aufgehens in Seinem heiligsten Willen, und ob des Lobes, Preisens, Verherrlichung und Anbetung, die Sie Ihm durch ihr Schaffen für einander, durch ihre Tätigkeit und Werke entgegen brachten.

Einerseits von Gott Selbst, gleich vielen, vielen anderen Wesen großer Seele und großen Geistes, über die Schöpfung der Welten Des Reiches Gottes wohl unterrichtet, und Äonen von Zeiten hindurch des ununterbrochenen weiteren Schaffen Gottes ansichtig, andererseits aber auch darauf bauend, daß auch seinem Wesen und Geiste Kräfte eigen sind, die ihn Kraft seines bloßen Willens so manches zu schaffen befähigen, ohne daß er stets auch manuell mit zugreifen müßte, trieb der erwähnte, Gott beneidende, Geist sein Selbstbewußtsein zur Überheblichkeit, steigernd zur Eigenliebe, zur Geltungs- und Herrschsucht, zum Eigensinn und Hochmut, und alles das ins Maß- und Grenzenlose weiter treibend, wandte er sich schließlich samt seiner inzwischen gewonnenen Schar seinesgleichen, wenn auch kleineren Geistes, heimtückisch-boshaft und verlogen gegen Gott.

Schon währenddem er soweit gesunken ist, hat er mit einigen seiner Schar einen Weg aus dem Reiche Gottes gefunden, besser gesagt, sich ihn zu schaffen erzwungen, da er Das sphärische Licht Des Reiches infolge seiner und seiner Schar seelisch-geistigen Entstellung nicht mehr vertragen konnte, hat er nun fernab, weit außerhalb der sphärischen Grenzen der wahren Welt Gottes, seine eigene Welt zu schaffen begonnen, auf daß er dort von seiner Schar „Gott“ genannt und als „Schöpfer“ seiner Welt gelobt, gepriesen, verherrlicht und angebetet werde.

Durch alle die sich selbst geschaffenen, teils auch hervorgerufenen und großgezogenen, bösen und finsteren Eigenschaften im Wesen und Geiste entstellt, mußte er und seine Schar das einstens von der wahren Welt an sich Genommene einbüßen und verlieren, doch aber wußte er es in dem Ausmaße und dem Fortschreiten der Einbuße durch eigenes sich inzwischen selbst geschaffenes Anorganisch-Substantiell-Sphärisches zu ersetzen, was alles schon außerhalb der wahren Welt geschehen mußte, und was seinen und seiner Schar endgültigen Fall beschleunigt hat, – jenen Fall der Bösen, der absichtlich im Sinne alter Hebräerpropheten verstümmelt und entstellt, heute noch in der Offenbarung Johannis 12 eine kurze und in dem Ganzen verstecktunverständliche Erwähnung findet. – Ein solches Geschehen konnte den, viele Welten des Reiches Gottes bewohnenden und mit einander von Welt zu Welt verkehrenden, unzählbaren Seelenwesen erkenntnisfähigen Geistes, die sich alle Kinder Gottes nannten, nicht verborgen bleiben; – die Kunde davon drang von Schar zu Schar, von Welt zu Welt und weckte vorerst bei vielen nur die Neugierde und das Verlangen des Ansichtigwerdens dessen, was niemals zuvor gehört ward und keiner sich vorstellen konnte.

„Ist es denn möglich, was wir da hören?“ – fragten sich viele, „wir hören da Worte einer uns fremden Bedeutung, – wir verstehen nicht den Sinn der Worte: Lüge, Bosheit, Haß, Neid, Hochmut, Herrschsucht, Empörung, Rache und die andern Worte; was heißt das, daß eines der Gotteskinder großen Geistes gegen Gott sich gewendet, eine Schar Gleichgesinnter gewonnen und eine eigene Welt außerhalb Des Reiches Gottes, Welches doch unser Reich ist, zu schaffen begonnen hat?“

„Ja, hat denn Gott nicht alles erschaffen? – Ist denn ein über Seine Schöpfung greifendes Schaffen möglich? – Ist denn Gott nicht allmächtig und allwissend? Ist Er nicht der Vater alles Lebens und hat Er uns nicht gelehrt selbst zu schaffen?

Nun aber kann keiner anders schaffen und hat noch keiner anderes geschaffen, als das, was wir füreinander und zum Lobe Gottes schaffen; – kann aber einer anderes schaffen, muß er groß sein, so er das schafft, was niemand von uns gehört hat und was keiner von uns kennt?!“

Diese und viele andere Fragen traten immer lebendiger auf, die Neugierde vieler wuchs desto mehr sie seitens derer, die größeren Geistes, rein und weiterblickend, es an Warnungen, Hinweisen und Erklärungen nicht fehlen ließen, um die wachsende Neugier vieler zu zähmen, aber viele von diesen sagten sich, daß es sich da um Großes handeln müsse, und die unbezähmbare Neugierde rief in vielen den Unwillen gegen jene hervor, die sich um sie bemühten.

Der einmal gezeitigte Unwille wuchs und zeitigte als Folgen weitere, den Kindern Gottes bis dahin ganz fremde Eigenschaften, Gleichgesinnte fanden sich in Scharen zusammen und allen Mahnungen, Erklärungen, Bitten und Hinweisen der Reingebliebenen zu trotz, verließ eine Schar, bald von einer anderen gefolgt, die wahre Welt, um Ausschau nach dem zu halten oder auch dem zu folgen, von dem man so Unerhörtes berichtete.

Umsonst war das Eingreifen, Zureden, die Mahnungen und Bitten derer, die mit den ausziehenden Scharen gegangen sind, um sie angesichts der fernen, flammendurchzuckten und düster fahlfarbig durchwühlten Finsternis zur Rückkehr zu bewegen, denn obwohl viele erschrocken, sogleich flüchtend zurückstrebten, ließ sich die weitaus überwiegende Mehrzahl der Scharen nicht aufhalten und neue Scharen, weder den zurück flüchtenden einzelnen, noch den mit ihnen gehenden Warnern Gehör schenkend, drängten den weit vor ihnen Hinstrebenden nach – und bis es so weit gekommen ist, daß so manche Schar nicht weiter könnend, zur Umkehr bereit gewesen wäre, – war es zu spät!

Durch die Entstellung des Geistes und durch diesen auch die Entstellung des seelischen Astralleibes, mußte der am Anfange in der Welt Des Reiches Gottes an den seelischen Astralleib angenommene himmlische Leib und mit diesem auch das ihm eigene Licht Des Reiches Gottes nach und nach verloren gehen, da es außerhalb der sphärischen Grenzen der Welten Des Reiches Gottes, also von dieser Sphäre durch falsche seelisch-geistige Einstellung und überdies noch durch das eigenwillige Verlassen derselben Sphäre gewaltsam getrennt, nicht behalten werden konnte.

Diese, je der gefaßten Einstellung nach, mehr oder minder langsam oder auch rascher sich vollziehende Einbuße und schließlich der völlige Verlust, hatte folgerichtig auch den Verlust der Sicht und der so eigenwillig verlassenen wahren Welt zur Folge – und die leere, welten- und dinglose, nichtsbietende Unendlichkeit, wie auf die damit verbundene Unmöglichkeit sphärischer Wahrnehmung, Betätigung und Schaffens, hatte auch eine steigernd immer mehr empfundene Einbuße der eigenen seelisch-geistigen Kräfte nach sich gezogen und der steigernd mitempfundene Mangel und Verlust der seelisch-geistigen, im himmlischen Leibe gehabten, Kräfte führte die Scharen zu der wachsend sie beängstigenden Erkenntnis völliger Hilflosigkeit.

So lange alle die Scharen noch im Besitze des, vor Äonen von Zeiten im Reiche Gottes an ihrem seelischen Astralkörper angenommenen, himmlischen Leibes gewesen sind, konnten sie in der welten- und dinglosen Unendlichkeit weiterkommen und weiterdringen, wenn auch unter sich steigernder Anstrengung, – je demnach aber, und in dem Maße, wie rascher oder wie langsamer die Einbuße und der Verlust dieses gehabten Leibes sich vollzogen hat, war nicht allein das Weiterdringen, sondern auch die Rückkehr dadurch beeinflußt und ist schließlich, als der Verlust ein völliger geworden ist, unmöglich gewesen.

Also kam die Bewegung der Scharen nach und nach schließlich zu völligem Stillstande und die oberwähnten Umstände brachten es mit sich, daß einzelne Scharen und Massen weitab voneinander, wie erstarrt haltmachten, wogegen in vielen andern immer noch eine Bewegung war, denn der Auszug vollzog sich (irdisch gesprochen) nicht an einem Tage, in Monaten oder Jahren, sondern während einer Zeit, die durch den Beginn herbeigeführt und durch das Ende in sich abgeschlossen, eben das Geschehen jener Zeit an sich ist, und da es damals diese Welt mit der Erde nicht gegeben hat, sie an dem irdischen Zeitmaßstabe nicht gemessen wird.

Alles das, wie auch die vielen andern mit alledem verbundenen weiteren Umstände, die einzeln alle aufzuzählen, schier unmöglich, aber auch gar nicht notwendig ist, führten zu einem immer größeren Verlust der seelisch-geistigen Kräfte, zu einem steigernden Gefühl des Erstickens, zum Verlust des Bewußtseins, zur völligen Ohnmacht – und zu unserem  e r s t e n  Sterben!

Kapitel 7

Ein Sterben gibt es; – einen Tod der Vernichtung des Seins und der Auflösung zum Nichtsein, gibt es nicht! – und weil wir als Seele und Geist des ureigensten ewigen Seins sind, kann auch ein wiederholtes Sterben unser Sein niemals auflösen und niemals zum Nichtsein vernichten; – die Lüge des Todes, als völlige Vernichtung des seelisch-geistig-lebendigen Seins, ist eine der wahnwitzigsten Erfindungen der Vernichtungsgier des bösen Geistes höllischer Finsternis, dessen Flüche und Drohungen eben in der völligen Ausrottung und Vernichtung der lebendigen Seele und des lebendigen Geistes durch den Tod gipfeln und der, um die Menschen nicht allein im schwersten Unwissen zu erhalten, sondern sie auch in den Sumpf seiner eigenen Lügen, Bosheit und Finsternis zu führen und seiner Verlogenheit Geltung zu verschaffen, sich auch noch so gebärdet, als wäre er Gott, (Siehe 2 Thess. 2,4), der den Menschen das ewige Sein ihrer Seele und ihres Geistes heimtückisch verheimlichend, sie aus der Erde gebildet zu haben und sie mit dem Tode ewiger Vernichtung strafen zu können  l ü g t!  –

Nun sind wir nach dem eigenwilligen Auszuge aus dem Himmelreiche in eine welten- und dinglose Leere gelangt und sind dort auch infolge Verlustes des dort getragenen himmlischen Leibes gestorben; also war dieses unser erstes Sterben im Grunde genommen gleichfalls eine Trennung unseres dreieinigen seelisch-geistigen-lebendigen Wesens von dem im Reiche Gottes getragenen himmlisch-leiblichen Organismus, ähnlich so, wie das irdische Sterben nichts anderes, als die Trennung des dreieinigen Wesens der Seele von dem im Irdischen sich aufgebauten irdisch-leiblichen Organismus ist, allein aber wird dieser erst nach der Trennung in seine ursprünglichen Grundwerte zerlegt, wogegen der damalige, nach und nach sich vollzogene Verlust unseres im Reiche Gottes getragenen himmlischen Leibes unserem damaligen Sterben vorangegangen ist.

Dieses Geschehen an sich schon, neben der Einwirkung der welten- und dinglosen Leere, (da doch auch diese auf das Seelisch-geistig-lebendige eine Auswirkung hat), die Einbuße der eigenen seelisch-geistigen Kräfte und alle die anderen Um- und Nebenumstände mußten den Verlust des Bewußtseins nach sich ziehen, tiefe Ohnmacht und schließlich das Sterben herbeiführen.

Wie bereits erwähnt, wären wir uns in der wahren Welt Des Reiches Gottes unseres Seins und Lebens vollkommen weiter und alle Äonen von Zeiten hindurch bewußt gewesen, auch ohne daß unser seelischer Astralleib, den ihm hypostatisch ewiglich eigenen gestaltlichen Grund- und Stammwerten nach, seinen himmlischen Leibesorganismus dort angenommen und sich aufgebaut hätte, – außerhalb der wahren Welt Des Reiches Gottes aber, in einer welten- und dingen-, also auch sphärenlosen Leere, mußten wir mit dem Verluste unseres himmlischen Leibesorganismus das Bewußtsein mit einbüßen, weil der seelische Astralleib, gleich dem ihn untrennbar ewiglich eigenen Geiste, Äonen von Zeiten an ihn gewöhnt, und in und durch ihn werktätig-handgreiflich schaffend, ohne ihn nicht wirken konnte, und in der sphärenlosen Leere der neuen Umgebung, infolge der wachsenden Einbuße eigener Kräfte, nach und nach zum Stillstande gebracht, kraftlos und untätig der Bewußtlosigkeit und tiefster Ohnmacht anheimfallen mußte, was auch unser erstes Sterben war.

Weil aber das Wesen der Seele als leibliche Gestalt (Schale) mit dem ihm eigenen Wesen des Geistes, (als der Schale Kern), eine untrennbare Zweiheit des ureigensten ewigen Seins ist, und das an dem uns geltenden Anfange in der wahren für uns geschaffenen Welt von und aus Gott empfangene Leben niemals mehr ablegen, abstoßen und unter keinen Umständen jemals mehr verlieren kann, weil es nun als der beiden Faktoren untrennbares Eigen, mit diesen die Dreieinheit:  S e e l e - G e i s t – L e b e n  ist, ist diese lebendige, seelisch-geistige Dreieinigkeit als solche unzerstörbar, unvernichtbar und allein in dem Sinne sterblich, daß sie Zeit und Zeiten hindurch das Bewußtsein vollständig einbüßen kann.

In dem Sinne aber, den das Unwissen, die Verkehrtheit, Unvernunft und Bosheit dem Sterben beimißt, im Sterben den Tod und in diesem die völlige Zerstörung und Vernichtung des seelisch-geistig-lebendigen Seins durchaus sehen will, in einem solchen, Gott lästerndem Sinne, ist die Seele mit ihrem Geiste unsterblich, weil das von und aus Gott einstens empfangene Leben  G o t t e s k r a f t  ist und, der beiden andern untrennbaren Faktoren untrennbar eigen, kein solches Sterben zuläßt.

Ein solches Sterben und einen solchen Tod gibt es nicht, denn mag das Sterben, also die Trennung des dreieinigen Wesens der Seele, des Geistes und des Lebens, ob von seinem himmlischen, irdischen oder jenseitigen Leibesorganismus, von einer noch so kurz oder noch so lang währenden Bewußtlosigkeit und Ohnmacht begleitet sein, lebt die Seele und der ihr eigene Geist unbewußt, bis zur neuerlichen Erweckung des Bewußtseins weiter, da sich das Leben nicht vom Geiste und dieser nicht vom seelischen Astralleibe, wie auch umgekehrt nicht trennen kann und eines in und durch das andere zum Bewußtsein des eigenen Seins und Lebens früher oder später geweckt wird, sobald es in eine Welt gelangt, die von Gott geschaffen, der Beschaffenheit des bis dahin bewußtlosen Wesens entspricht und, sobald es sich derselben Welt auch angepaßt hat, was vielfach (wie es gleich da im Irdischen der Fall ist) anfänglich selbst unbewußt geschieht.

Damals, nach unserem Auszuge aus der wahren Welt Des Reiches Gottes, hat es keine andere Welt gegeben – und in jene Welt, die der böse Geist mit seiner Schar weit, weitab vom Reiche Gottes zu schaffen begonnen hat, in der Finsternis seiner eigenen Finsternis, konnten wir, Gott sei Dank, nicht gelangen, da die welten-, dingen- und sphärenlose Leere, der uns von der Welt der Finsternis trennenden Kluft an sich ein Hindernis war, welches wir nicht überwinden und durcheilen konnten, sondern ihm wie geschildert unterlegen sind.

Die Entstellung unseres seelischen Wesens durch das verkehrte Trachten und die Eigenwilligkeit unseres dadurch selbst schon entstellten Geistes, hat dem seelischen Wesen ein  M a l z e i c h e n  aufgedrückt, welches die sich selbstgeschaffenen Eigenschaften des Geistes, wie auch des seelischen Astralleibes ganz genau kennzeichnet; – das Verlassen der wahren Welt, der Verlust des dort getragenen himmlischen Leibes, die Einbuße des diesem eigenen, wie auch des gehabten seelisch-geistig-lebendigen eigenen Lichtes und die vielen andern, aus alledem sich ergebenden weiteren Umstände, die schließlich gänzliche Einbuße der eigenen seelisch-geistigen Kräfte, der dadurch eingetretene Stillstand, alles das schloß auch unsere Rückkehr in Das Reich Gottes aus, – und für alle Zukunft der Ewigkeit würden wir an die sphärenlose Leere der welten- und dinglosen Kluft, bewußtlos und in tiefster Ohnmacht gebunden bleiben, hätte Gott Sich nicht neuerlich unser erbarmt!

Kapitel 8

Gott, Der wahre, in Der ewigen Dreifaltigkeit Seines heiligsten Wesens, Geistes und Lebens,  e i n p e r s ö n l i c h e  Gott, ist Die unwandelbar-unveränderliche  W a h r h e i t,  G ü t e,  L i e b e,  E r b a r m u n g,  V e r g e b u n g,  G e r e c h t i g k e i t  und  
S e l b s t a u f o p f e r u n g!

Kraft Dieser über alles unendlich erhabenen Eigenschaften Seines heiligsten Wesens, Geistes und Lebens, wollte und konnte Er uns nicht in einem solchen Zustande lassen, da wir doch als unser Eigen  S e i n  L e b e n (!)  tragen und Er weiß es, daß unzählige der eigenwillig Verirrten, guten Willens den Weg zu Ihm in Sein Reich wiederfinden werden, so Er ihnen die Gelegenheit dazu schafft, – und deshalb schuf Er für uns das Reich dieser Erde mit dem Firmament dieser irdischen Welt und auch die Welten des Jenseits.

Wie und aus welcher Materie Er alles das geschaffen hat? –

Wie Er einstens Äonen von Zeiten zuvor, um für uns Raum, Zeit und den uns geltenden Anfang durch die Erschaffung der Welten Seines Reiches, kraft Seines bloßen Willens geschaffen hat durch die Seinem heiligsten Wesen und Seinem allgegenwärtig wirkenden, höchstvollkommenen Geiste eigenen, lebendigen wie auch vielartig vollkommen dynamischen, alles von Ihm Gewollte mit durchdringenden Kräfte, die aus der gähnenden Leere der Unendlichkeit und Nichtigkeit jene anorganisch-substantiell-sphärischen Kräfte und Stoffe gebildet, gruppiert und gebunden haben, wie Er sie zwecks Schaffung der Welten Seines Reiches für uns gebildet, gruppiert und gebunden wissen und haben will, – auf ganz dieselbe Art und Weise schuf Er kraft Seines heiligsten Willens auch das Firmament mit dem Reiche der Erde dieser Welt und die Welten des Jenseits.

Was aber das Sphärische des Reiches dieser unseren Erde (aber auch das Sphärische vieler Welten des Jenseits) betrifft, ist zum großen, ja auch weit, weitaus überwiegenden, Teile aus jenem Anorganisch-Substantiell-Sphärischen geschaffen, das andersstofflich beschaffen, einer bestimmten Anzahl Welten Seines Reiches schon eigen gewesen ist; anderseits aber besteht das Anorganisch-Materiell-Sphärische der Erde zu weitaus kleinerem Teile auch aus jenen Schlacken, die für die wahre Welt des Reiches Gottes untauglich und unverwendbar, nun auch da Verwendung fanden und finden, damit diese Welt, in ihr aber ganz besonders die Erde, nicht allein das Spiegelbild der wahren Welt Des Reiches Gottes, sondern gelegentlich auch in und durch das Anorganisch- Materielle das Spiegelbild der Hölle vor unsere irdisch-leiblichen Augen führe.

Die Erde, weil sie als solche trotz aller in sie gelegten sonstigen Kräfte und Gesetze, selbst doch seelen-, geist- und leblos ist, kann folgerichtig keine Seele, keinen Geist und kein Leben zeitigen, hervorbringen und schaffen, denn das Leben, der Geist und die Seele kommen als ein seelisch-geistig-lebendiger „Same“ her; von wo aber dieser „Same“ her gekommen ist, weiter herkommt und bis zum völligen Ausschöpfen des „Reservoirs“ weiter noch herkommen wird, ist durch alles das Vorerwähnte wohl deutlich und verständlich genug gesagt, wie auch durch unser Dasein gleichfalls deutlich genug bestätigt.

Die Frage etwa, wieso das Seelisch-geistig-lebendige zur unsichtbaren und ungreifbaren Unscheinbarkeit eines seelisch-geistig-lebendigen „Samens“ zusammen geschrumpfte Wesen gerade auf die Erde, nicht aber auf einen der anderen Wandelsterne dieser Welt gelangte, ist richtig damit beantwortet, daß es eben allein von dem Anorganisch-Materiell-Sphärischen der Erde und hier wiederum von den Vorgängern seiner gleicher Art angezogen und festgehalten wird, bis es eben zu seiner eigenen irdischen Verkörperung durch seinesgleichen Vorgänger kommt.

Weil der Mensch ohne der Tierwelt und schon gar niemals ohne der des Pflanzenreiches auf Erden leben hätte können, mußte ihm vieles davon vorangehen, wie dann auch ihm mitfolgen und also bildete den Anfang des irdischen Daseins das Pflanzenreich, für dessen viele Arten es am leichtesten war, auf Erden Fuß zu fassen, Irdisches anzunehmen und irdisch geworden, den weiteren Gleichartigen eine noch leichtere Gelegenheit zu bieten, durch sie irdisch zu werden. Ähnlich war es auch mit der niederen Tierwelt, wogegen die höhere Tierwelt und dieser nach dann die da angelagten ersten Seelenscharen, denen der erkenntnisfähige Geist untrennbar eigen ist und die allein es sind, die sich da den Menschenleib (den gestaltlichen Grund- und Stammwerten des seelischen Astralleibes nach) aufbauen, nicht so einfach gegangen ist.

Die ersten Menschenseelenscharen fanden da durch die Einwirkung der sphärischen Kräfte der damaligen Beschaffenheit der Erde (denn auch diese ändert sich fort) eine Art Verkörperung (Materialisation), die sie selbst ausbauen mußten, denn die Verkörperung der ersten da angelangten Scharen Menschenseelen mit der irdisch-stofflichen Dichte des heute den Menschen eigenen leiblichen Organismus verglichen, kaum als „Spinnenwebe“ bezeichnet werden kann.

Diese Tatsache braucht niemand wundernehmen und niemand bezeichne sie voreilig und voreingenommen als bloße Annahme und Fabel, denn es gibt keine größere und sich selbst widersprechendere Fabeln, als jene, die um den Anfang des Lebens auf Erden sich drehend und die Seele samt ihrem Geiste ganz beiseite schiebend im „Urschlamm, Urlebensstoffen“, im Plasma, Protoplasma und „Schwingungen“ wühlen, dann aber plötzlich die lebendige Zelle hervorziehen, um aus ihr uralte, aber immer wieder neue Evolutionslehren zu schmieden.

Weil aber alle die Evolutionslehren mit dem Wesen der Seele und des Geistes nichts anzufangen wissen, verneinen sie das Wesen der Seele als solches überhaupt und halten den Geist für ein Produkt lebendiger „Schwingungen“ des zu Gehirnzellen sich evolutierten Urschlammes; – Menschen nun, die solchen wirklich ungereimten Fabeln folgen, und denen allein ihr irdischer Leibesorganismus, als ein „überaus sinnreich geordneter Zellenstaat“ maßgebend ist, kennen genau so wenig sich selbst als lebendige Seelen, die sie sind, – wie jene, deren seelischer Astralleib „ein zur Gestalt verdichteter“, einst „latenter“ „Geiststoff“ ist, – und deren Geist, weil eben „zur Gestalt verdichtet“, an reiner Strahlungskraft gar so arm ist. –

Unter den ersten irdisch verkörperten Menschenseelen, die nicht als eine, zwei, oder wenige mehr, sondern die gleich in Scharen auf die Erde gelangt sind, gab es weder Männliches noch Weibliches, denn das Geschlecht hat sich erst viel, viel später gebildet und weiter ausgebildet, da die viel späterhin nachfolgenden und auf die Erde gelangten Scharen, infolge der sich ändernden Beschaffenheit der Erde einerseits und infolge der Beschaffenheit ihres eigenen seelisch-geistigen Wesens andererseits, nicht mehr die Gelegenheit, Möglichkeit, Kraft und Fähigkeit hatten, allein durch die auf sie da einwirkenden irdischen Dinge und Kräfte irdisch sich verkörpern zu können, wie es bei ihren Vorgängern der Fall gewesen ist.

Von den Vorgängern aber angezogen und in ihrem irdischen Leibe durch diesen selbst bis zum bestimmten Grade verkörpert, mußten sie als nun im fremden Leibe Verkörperte auch hervorgebracht, also geboren werden und durch alle die Vorgänge dabei, entwickelte sich und entstand das weibliche Geschlecht, zwar in der allereinfachsten Form, da die heutige Dichte des Irdischleiblichen nicht da war, doch aber war das weibliche Geschlecht lange vor dem männlichen da.

Ob auch das Geschlecht, welches als solches an sich eine rein irdische Erscheinung ist, gleichfalls schon in den Grund- und Stammwerten der seelischen Schale hypostatisch begründet sein mag oder nicht, kommt weniger oder überhaupt nicht in Betracht und ist durchaus nicht maßgebend, – denn Tatsache ist, daß es sich bis zur bestimmten Grenze nicht allein beeinflußen und vorausbestimmen, sondern auch gewaltsam umwandeln läßt, was aber alles jenen überlassen bleiben soll, die sich keine bessere Arbeit und keine wichtigere „Spielerei“ zu finden wissen.

Weil die seelisch-geistige Beschaffenheit der Arten und Gruppen, ob des Pflanzenreiches, ob der Tierwelt oder ob der Menschheit, in jeder Gruppe und jeder Art an sich schon bestimmte Merkmale tragen, selbst auch eigene Rassen bildend, – eine so überaus mannigfaltige ist und schon deshalb auch andere Lebensbedingungen im Irdischen erfordert, als die der andern bereits dagewesenen oder noch kommenden – und weil ihnen diese Lebensbedingungen die Erde bieten muß, kann sie anorganisch-materiell-sphärisch nicht immer dieselbe und die gleiche bleiben, sondern muß sich ändern, um bestimmte Arten und Gruppen seelisch-geistig-lebendigen, noch nicht dagewesenen „Samen“ des Pflanzenreiches, der Tierwelt und der Menschheit, weiter an sich ziehen und ihnen nicht nur die Verkörperungsmöglichkeit, sondern auch die Lebensbedingungen bieten zu können.

Daß die Erde nicht die gleiche und nicht dieselbe ist, wie sie einst war, und daß sie, wie die Wissenschaften es nennen, ihr Antlitz ständig und unaufhaltsam ändert, ist nichts neues, – hat aber den oberwähnten Zweck; weil wir aber in unseren andern mündlichen und schriftlichen Mitteilungen mehr schon über alles das Gesagte bereits berichtet haben, und weil vieles davon zur Erkenntnis Der ewigen Wahrheit, zur wahren Gott- und Selbsterkenntnis nicht unbedingt notwendig ist, und allein der Erweiterung des wahren Wissens dient, wollen wir uns zu dem weiter wenden, was der wahren Erkenntnis mehr dienlich ist.

Kapitel 9

Die ersten auf der Erde nun verkörperten Menschenscharen haben, wenn auch damals schon in ungleichem Maße, so aber die Erinnerung an ihr einst früheres Sein und an das was da in groben Umrissen geschilderte Geschehen, doch nicht ganz eingebüßt, – und da es damals schon unter ihnen welche gegeben hat, denen die Fähigkeit eigen war, mit den im Reiche Gottes gebliebenen reinen Seelen, (so, wer die Bezeichnung: „Engeln“ etwa meiden will) in einen unmittelbaren Verkehr treten, sie sehen, hören und sprechen zu können, war ihre einstige Gott- und Selbsterkenntnis alsbald wieder da, sie erkannten allsogleich auch den wahren Zweck ihres irdischen Daseins, den wahren Zweck dieser für uns geschaffenen irdischen Welt, und nun wußten sie auch das Vorgehen des böse gewordenen einstigen Großengels und seiner Schar gegen Gott richtig zu deuten, zu verstehen und richtig auch zu erkennen.

Alle diese Erkenntnis pflanzte sich fort an die ohne Unterlaß weiter ankommenden Scharen, und weitaus über eine Million irdischer Jahre hindurch, war die Erde das lebendige Spiegelbild einer Welt Des Reiches Gottes, – Sein Reich auf Erden, – ein irdisches Paradies! –

So weit die heutigen Wissenschaften bezüglich des Bestandes der Erde und des Bestandes des Alls dieser Welt zurückgreifen und selbst nach ihren „Lichtjahren“ rechnend, einer Eins nicht genug Nullen anhängen können, – so kurz bemessen sie die Zeit des Menschendaseins auf Erden, indem sie es, unbekannt welchen Grundlangen nach schätzend, zögernd kaum von hunderttausend Jahren zu sprechen sich trauen.

Ohne uns auf ein irdisches Wissen auch irgendwie nur berufen zu wollen, weisen wir aus ganz bestimmtem Grunde doch auf uralte indische (arjanische) Überlieferungen hin, die zwar im Verlaufe der Zeiten vielfach schwer verdreht und entstellt, zum großen Teile tatsächlich nur Sagen und wohl auch nur Dichtungen sind; – der Kern einiger der Überlieferungen aber, vorzüglich jener, die vom Alter und Zeiten des irdischen Menschendaseins sprechen, kommen der Tatsache der Wahrheit viel, viel näher, als alle sonstigen Annahmen, Sagen, Überlieferungen und Dichtungen, – und es muß jeden denkenden Menschen sonderbar anmuten, so er in dem Kerne der uralten indischen Überlieferungen, kurz umrissen, Folgendes vernimmt:

Das irdische Zeitalter der Menschheit hat seine Abschnitte, seine Zeitalter und sein Zeitgeschehen, – – ein Jahr der Menschen ist ein Tag Gottes (oder auch der Götter) und seitdem die Menschen auf die Erde gekommen sind, um da Der Wahrheit zu dienen durch die Erkenntnis, sind weitaus über vier Millionen Menschenjahre verflossen, eine Zeit die mehr als elftausendfünfhundert Jahre Gottes (der Götter) entspricht.

Drei Zeitalter der Menschheit sind verflossen, in dem vierten lebt sie gegenwärtig; das erste Zeitalter war das der  K r i t a j u g a – S a t j a =  das vollkommene Zeitalter der Wahrheit und umfaßte rund ein und eine halbe Million Jahre;

das zweite Zeitalter war das der  T r e t a j u g a =  Zeitalter der drei Opferfeuer und hat ein und ein Drittel Millionen Menschenjahre;

das dritte Zeitalter war das des  D v á p a r a =  Zeitalter des Zweifels und umfaßte nicht ganz eine Million Menschenjahre;

das gegenwärtige Zeitalter ist das der  K a l i j u g a =  Zeitalter der Sünde, welches mit dem Ende des „großen und langen Krieges“ begonnen hat; der erste König dieses Zeitalters war der  P á n d a v a – P a r i x i t,  welcher der Zeitrechnung alter Brahmanen nach, – in das Zeitalter der Christen überführt, – sein Königtum mit dem 18. Februar dreitausendeinhundert Jahre vor der Menschwerdung Gottes in Christo angetreten hat; – daß die indische Zeitrechnung diesem König nach eingeführt wurde, beweisen uralte und alte Dokumente, die noch zu Ende des ersten Jahrhunderts nach Christo ganz bestimmte Daten dieser indischen Zeitrechnung tragen. – –

Es handelt sich da nicht etwa darum, diesen kurz zusammengedrängten Auszug aus den heute unzähligen, Forschern und Wissenden in vollem Umfange bekannten, Überlieferungen und Sagen der alten Inder, (Arja) als Tatsachen hinzustellen oder sie widerlegen zu suchen; allein das sei da offen gesagt, daß sie bezüglich des Zeitalters irdischen Menschendaseins von allen den andern heute noch bekannten Überlieferungen, Sagen und prophetischen Offenbarungen der Tatsache und Wahrheit noch am nächsten kommen, und daß der wahre Sinn des oberwähnten Satzes: „seit dem die Menschen auf die Erde gekommen!!! sind“, der Wahrheit vollkommen entspricht.

Hätte die erste Brandschatzung der großen Bibliothek zu Alexandria, zur Zeit Cäsars, ganz besonders aber die zweite Brandschatzung und Zerstörung um das Jahr 390 n. Chr. unter Anführung des Großbischofs Theophilos nicht auch ägyptische und indische Schriften mit vernichtet, von denen manche damals schon auf zehntausendjähriges Alter wohlberechtigt geschätzt wurden, würde die Forschung einen noch ganz anderen Wissensreichtum haben, als sie an sich schon hat, obwohl alles dieses Wissen zur wahren Gott- und Selbsterkenntnis nicht unbedingt notwendig ist. Daß aber auch die Benennung der einzelnen Zeitalter irdischen Menschendaseins, in den bekannten altindischen Überlieferungen zumindest keine schlechte ist, wird jeder gute Wille erkennen, so er unsere Ausführungen über die Erkenntnis und über das Wissen der ersten, auf die Erde gelangten Menschenscharen betrachtet, und dann weiter ersieht, daß uralte indische Überlieferungen, dieses Zeitalters Kritajuga-Satja = das Zeitalter des Vollkommenen, der  W a h r h e i t  nennen.

Kapitel 10

Die erwähnte Beschaffenheit des irdisch-leiblichen Organismus, der ersten und diesen nächstfolgenden Menschenscharen hat diesen folgerichtig auch eine ganz andere Lebensdauer ihres Daseins gegeben und die Überlieferungen von tausendjährigen, ja weit darüber hinaus alten Menschen, sind keine bloßen Dichtungen und Fabeln, sondern Tatsachen, die aber nicht „des biblischen Zeitalters“, sondern auf Millionen Jahre zuvor zurückzuführen sind.

Mögen anfänglich ganze Scharen und späterhin auch einzelne Menschen ein noch so hohes Alter im Irdischen erreicht haben, ist der irdische Leibesorganismus schließlich doch verbraucht worden und das dreieinige, seelisch-geistig-lebendige Wesen, welches ihn da getragen hat, mußte ihn als nicht mehr brauchbar verlassen, weil es als solches selbst nicht irdisch ist und daher auch im Irdischen für alle Zukunft nicht verbleiben kann.

Es sind schon in den ersten Menschenscharen nicht etwa durchwegs und allein nur gute Seelen erkenntnisfähigen Geistes zur Erde gelangt und das Malzeichen vieler war wohl finster genug; – allein aber die einerseits und vielfach selbst auflebende, wie andererseits auch durch den Verkehr einzelner mit den reingebliebenen Seelen (Engeln) Des Reiches Gottes, kraft des gesprochenen Wortes lebendig herbeigeführte Erinnerung an das geschehene Furchtbare, ließ die Vernunft und den guten Willen – Die Wahrheit – erkennen, die sich so eigenwillig und selbst auch boshaft erworbenen, mehr oder minder finsteren, Der Wahrheit widersprechenden Eigenschaften, siegreich niederzwingen, ausmerzen und jene einst gehabten reinen Eigenschaften, aufs neue voll aufleben und wirken lassen.

Dadurch ist das eigene seelisch-geistige Wesen wieder licht und ein getreues Spiegelbild seines einstigen himmlischen Seins geworden, Seelen, die wiedermals auch das Licht der wahren Welt Des Reiches Gottes in sich trugen und alle zusammen das Spiegelbild Des Reiches Gottes auf Erden in sich selbst bildeten.

Ein solches Bild und Vorbild konnte unmöglich jemals gänzlich verloren gehen und ist auch nicht verloren gegangen, mag es heute nach Jahrmillionen noch so als bloße Dichtung, Sage oder Fabel betrachtet und demnach von Unwissenden auch gewertet werden; – es lösten da immer neu ankommende Scharen Menschenseelen ihre Vorgänger ab, alles gewesene Geschehen pflanzte sich kraft der eigenen Wahrnehmungen, wie auch kraft des gesprochenen lebendigen, ja bald auch kraft des geschriebenen, Wortes fort – und ward im Verlaufe der Zeiten noch so verdreht und entstellt, blieb der Kern des Tatsächlichen-Wahren doch erhalten und finden wir heute noch in den uralten indischen „Sagen“, das erste Zeitalter des Menschendasein, als das Zeitalter der Wahrheit dokumentarisch überliefert, soll ein jeglicher denkender Mensch guten Willens selbst beurteilen, inwieweit er den Kern dieser „Sage“, zum Gegenstande ernstlichen eigenen Nachdenkens erheben kann, – oder auch nicht. – –

Die Menschen starben – und die lebendige Seele mit ihrem Geiste, je demnach sie kraft der Erkenntnis und guten Willens des Geistes, in reinen Eigenschaften da werktätig war, ging in eine ihrem Wesen entsprechende Welt des Jenseits, – oder aber auch unmittelbar wieder in die wahre Welt des Reiches Gottes ein; – schon aber kamen wieder viele in das Irdische, nicht um wieder irdisch zu werden, was nach einmaligem Menschsein auf Erden niemals mehr möglich und absolut ausgeschlossen ist, sondern, um sich durch dazu fähige Menschen (Propheten – Mittler) den Menschen zu offenbaren, mit ihnen durch die Propheten zu sprechen, sie über die eigenen weiteren Erlebnisse zu unterrichten und ihnen Weisungen zu geben, damit sie den geraden Weg gehen, der sie wieder dorthin führt, von wo sie einst so eigenwillig ausgezogen sind.

(Dieser Verkehr des Jenseits und des Reiches Gottes mit den irdischen Menschen war kein anderer, als er auch späterhin ohne Unterlaß weiter stattfand und auch jetzt weiter stattfindet in dem, zwar massenhaft geübten, leider aber nicht immer mit Unrecht verlachten, verspotteten und durch Betrüger – Medien einerseits, wie auch durch fanatische Verfechter allerlei finsteren und lächerlichen Unsinns andererseits, in so schweren Mißkredit gebrachten Okkultismus – Spiritismus.)

Lange Zeiten hindurch kannten die Menschen keine andere Gottverehrung als allein die, in Werken zu- und füreinander, wie auch die, in Versammlungen unter freiem Firmamente, von all dem Geschehen zu sprechen, durch Propheten das Himmelreich zu hören, Weisungen zu empfangen, Gott für alle für sie geschaffenen Werke zu preisen, Ihm zu danken, sich zu freuen und auf neuerlichen Einzug in die wahre Welt Seines Reiches sich vorzubereiten.

Erst im Verlaufe von Jahrhunderttausenden kamen allmählich auch symbolische Zeichen auf, vor allen andern das Feuer als Quelle des irdischen Lichtes, der zum Firmamente aufsteigende Rauch (Weihrauch), als Sinnbild des eigenen seelisch-geistigen Emporhebens zu Gott, Besprengen mit reinem Wasser, als Sinnbild seelisch-geistiger Reinigung, – wieder viel, viel später dann auch Weihegaben von Baum-, Feldfrucht und Blumen, als Sinnbild des Dankes dafür, daß Gott alles das ins Irdische gelangen läßt, bald kamen auch bestimmte allein der Gottverehrung und der inneren Betrachtung gewidmete Tage auf, – und alle diese Einführungen riefen allmählich eine Priesterschaft ins Leben, die anfänglich allein durch Propheten vertreten war, denen neben ihrer Berufung als Mittler zwischen den Menschen und den Verstorbenen, wie auch zwischen Menschen und den reinen Wesen Des Reiches Gottes, auch das Predigeramt, die Leitung und Verrichtung der symbolischen Handlungen zur Ehrung Gottes oblag.

Wieder viel, viel später wurden auf freien Höhen und zugänglichen Bergen „ewige“ Feuer unterhalten, die nur einmal im Jahre verlöscht und da sieben Tage hindurch nicht unterhalten wurden, – ein Sinnbild der allgemeinen Trauer über den einstigen Auszug aus der wahren Welt Des Reiches Gottes, – ein Sinnbild des traurigen eigenen einstigen Strebens der Finsternis des bösen Geistes nach und der dabei sich erworbenen finsteren Eigenschaften, welche gegen die sieben heiligen Eigenschaften Gottes sich richten.

Allein am vierten Tage der sieben, die Finsternis symbolisch darstellenden Tage, wurden inmitten der Versammlungen, die das einemal im Jahre, in verschlossenen Räumen und in der Nacht stattfanden, drei kleine Feuer, (Lichter, Fackeln, Kerzen) unter Predigt und Beten angezündet, – ein Sinnbild dessen, daß Gott uns nicht in der Finsternis und Leere der Kluft beläßt, die uns nach unserer Abwendung von Ihm und nach dem Verlassen Seines Reiches umschlungen und gefangen hat, und daß unser wahres Wesen der Seele, des Geistes und des Lebens auch dort nicht tot ist, sondern gleich den drei angezündeten Feuern (Lichtern) wieder erwacht, zum Lobe und Preise Gottes; deshalb ein Feuer und Licht der Seele, ein Feuer und Licht des Geistes und ein Feuer und Licht des Lebens. –

Wenn nun uralte indische Überlieferungen von einem Zeitalter der drei „Opferfeuer“ berichten, und sind diese Berichte noch so verdreht und nicht recht verständlich, enthalten sie ein Körnchen Wahrheit doch und trotz allem, – und wir erwähnen sie da einzig nur deshalb, um jedem denkenden Menschen zu zeigen, daß und wie sich die Haupt- und Grundzüge des menschlichen Tuns und Wirkens auf Erden durch Überlieferungen in den Sagen erhalten haben, bis auf den heutigen Tag.

Kapitel 11

Menschenscharen folgten ihren Vorgängern und es fanden sich unter ihnen immer mehr Seelen, die trotz des Unterrichtes über das einst Geschehene, trotz der Aufklärung über die Ursachen und über den wahren Zweck ihres irdischen Daseins nur wenig, ja viele überhaupt keinen guten Willen, aufgebracht haben, um im Sinne und Geiste der erhaltenen Aufklärung werktätig zu sein.

Diese und solche Menschen, allein ihrer Eigenliebe, ihrem Eigendünkel, oder auch schon ihrer Herrschsucht und Geltungsgier lebend, und nach gegebener Möglichkeit den andern Unliebsames und selbst auch schon Böses, ohne viel Skrupel, ja sogar mit Schadenfreude zufügend, mußten nach dem irdischen Sterben eine ihrer seelisch-geistigen Einstellung entsprechende Welt des Jenseits beziehen, da sie allein nur von einer solchen Welt unwiderstehlich angezogen, keine der höheren und lichteren Welten wahrnehmen, und infolge ihrer seelisch-geistigen Einstellung, auch gar nicht beziehen können.

Unter Menschen einer solchen seelisch-geistigen Einstellung und Beschaffenheit, fanden sich aber auch schon solche, die trotz aller Lehren, Aufklärungen, Hinweise, Warnungen und Bitten der Wissenden, Weisen und Guten, ihre vor und während des Auszuges aus Dem Reiche Gottes sich selbst gezeitigten und hervorgerufenen finsteren und bösen Eigenschaften, da auf Erden erst recht großzogen und desto größere Schadenfreude an dem allen andern getanen Bösen empfindend, allein bösen Handlungen und Werken lebten, immer noch ärgere ersinnend.

Diese Menschenseelen wurden nach der Trennung vom irdischen Leibe, von solchen Welten des Jenseits aufgenommen, deren sphärische Grenzen, den Grenzen höllischer Finsternis nahe kommen, ohne aber mit diesen irgendwie verschmolzen zu sein und in Berührung zu stehen, wie es unter den andern Welten des Jenseits der Fall ist, und dessen lichtesten, in ihren sphärischen Grenzen, sich mit den sphärischen Grenzen der wahren Welt Des Reiches Gottes nicht allein berühren, sondern auch in diese hinein reichen. –

Welches Leben die bösen Seelen in ihrer jenseitigen Welt nach ihrem Erwachen dort führten, läßt sich schwer, besser überhaupt nicht schildern; Tatsache ist, daß sie bald eine andere, ähnliche Welt des Jenseits wahrnahmen und mit ihren Bewohnern, die ein wenig anderer Beschaffenheit waren, in Verbindung tretend, von der Existenz einer dritten solchen Welt hörten, deren Bewohner von einer weiteren Welt des Jenseits wissen, deren Bewohner wieder von einer anderen Welt wissen, und alle einzeln darauf bedacht sind, die Bewohner der andern Welt in die ihre zu ziehen und über sie zu herrschen.

Dieses Leben und die Tätigkeit in den tiefsten Welten des Jenseits, mag es von noch so wenigen einzelnen dahin gelangten Menschenseelen den Anfang genommen haben, konnte auf die Dauer dem bösen Geiste und Schöpfer der höllischen Finsternis nicht verborgen bleiben, denn wie das wilde, reißende Tier die Beute auf Weiten wittert, ohne sie zu sehen, „witterte“ auch der böse Geist mit einigen seiner Schar die Beute infolge ihrer Tätigkeit; nun suchte er emsig nach ihr und fand sie auch.

Welch' ein Fund, welch' eine Überraschung, welch' ein Staunen, welch' eine Satansfreude, aber auch welch' eine teuflische Wut und welch' Rachegeheul der ganzen höllischen Meute über diese Entdeckung; – also hat Gott für die dem Satan und seiner Meute Nachziehenden und so gut wie Verschollenen, weil bis dahin von dem Geiste höllischer Finsternis Unauffindbaren, eine eigene, irdische Welt geschaffen, – also leben sie dort, wirken und schaffen ohne sein und seiner Meute Wissen; –  d a  also sind einige der so lange vergeblich Gesuchten und zwar jene, die in der irdischen, für sie zwecks Erkenntnis des Guten und des Bösen geschaffenen Welt, alles das nachgeholt und aus eigenem vervollständigt haben, was durch ihr einstiges Sterben in der Kluft einer welten- und dinglosen Leere unterbrochen wurde und zur Auswirkung nicht gelangen konnte.

Also hat der alte Satan mit seiner Schar im tiefsten Jenseits, einige seinem Trachten und seiner Finsternis ergebene Sklaven gefunden und von ihnen auch darüber unterrichtet, daß und wie die Menschen auf Erden mit dem Jenseits, aber auch mit der Welt Des Reiches Gottes durch Propheten in Verbindung stehen, beschloß auch er, diese gegebene Möglichkeit selbst, oder durch die Gefundenen auszunützen, – ja mehr noch, so es irgendwie zu ermöglichen wäre, mit seiner Schar selbst auch irdisch zu werden, ein unumschränkter Herr und Herrscher der irdischen, für die anderen von Gott geschaffenen Welt zu sein, den Menschen auf Erden die Erkenntnis des Guten und des Bösen unter Todesdrohungen zu verbieten und alles ihm da Mißliebige mit Stumpf und Stiel auszurotten.

Können andere Welten des Jenseits und auch das Himmelreich sich selbst zu den irdischen Menschen und können sich diesen, wenn auch nur durch Propheten offenbaren und mitteilen, müssen es die Gefundenen und mit diesen er selbst mit seiner Schar auch können, dachte und sprach er, – und siehe, – es waren zwar schwere, sehr schwere Hindernisse zu überwinden, aber nach und nach gelangt es mit Gewinnung und Hilfe anderer irrend-boshaften Bewohner weiterer, seiner Finsternis nicht allzuweit entfernten Welten des Jenseits schließlich doch – und – das Schaffen der Hölle auf Erden begann.

Die Verlogenheit, Bosheit, Heimtücke, Rachsucht und Vernichtungsgier griff erst allmählich da und dort ein, faßte da und dort festeren Fuß, begann zu wüten, um wieder verdrängt zu werden, oder wenigstens abzuflauen, je demnach die Menschen selbst dem bösen Trachten sich geneigt zeigten, oder je demnach sie einem solchen Trachten unzugänglich waren.

Der böse Geist höllischer Finsternis mit seiner Schar und mit den im Jenseits gefundenen finsteren Menschenseelen war zwar da, aber alle seine Versuche, alle seine Mühe, all sein Scharfsinn und die verzweifeltsten Anstrengungen, gleich den irdischen Menschen sich selbst auch irdisch verkörpern zu können, schlugen fehl und wutschnaubend mußte er sie immer aufgeben, obwohl er sie auch heute noch nicht endgültig aufgegeben hat; – dafür aber fand er mit den Seinen bald, daß mit dem gewaltsam und gewalttätig frischvergossenen, dampfenden Blute der Menschen und der höheren Tierwelt, auch Teilchen und Teile der, auf den irdischen Leibesorganismus übertragenen, also durch das Irdische gehenden und es mit durchdringenden Lebenskraft mit entweichen, daß er (und seine Schar) infolge der Beschaffenheit seines astralen Körpers fähig ist, sich diese Teilchen durch Einatmen einzuverleiben, und daß er dadurch in einen Zustand der Berauschung versetzt wird, in einen Blutrausch, der sonst nirgends eine so volle, aber auch eine so teuflische Bedeutung des Wortes findet.

Durch die, mit dem finsteren „Gott“ der Hölle und mit seiner Schar, auf die Erde gekommenen Menschenseelen der tiefsten Welten des Jenseits, wurden nach und nach, hie und da, unter den irdischen Menschen Propheten gefunden, durch welche sich die angekommenen finsteren Seelen des Jenseits den Menschen mitteilen konnten – und gab es plötzlich ganz andere Mitteilungen, ganz andere Offenbarungen, Lehren und Weisungen, als die bis dahin den Menschen durch Propheten gebrachten, gegebenen und bekannten.

Es wurde durch die neuen Propheten nicht mehr von Einem allgütigen Gott, von unserem eigenen ewigen Sein, von der wahren, von Gott für uns geschaffenen Welt Seines Reiches, von dem Empfange unseres Lebens von und aus Gott, es wurde nicht mehr von unserem einstigen Leben und Schaffen im Reiche Gottes, nicht mehr von der Empörung des böse und finster gewordenen einstigen Großengels und seiner Schar gegen Gott, nicht mehr von unserem eigenen eigenwilligen Verlassen des Reiches Gottes, um der Finsternis des bösen Geistes nachzugehen, nicht mehr von unserem einstigen ersten Sterben in der sphärenlosen Leere, der das Reich Gottes von der höllischen Finsternis trennenden Kluft, nicht mehr von dem wahren Zwecke dieser irdischen für uns geschaffenen Welt, nicht mehr von dem alles das begleitenden Geschehen gesprochen, – es wurde da ein „Gott und Götter“ eines ganz anderen Wissens und eines ganz anderen Verlangens offenbart, „Gott und Götter“, die ihren Anteil an der Erschaffung dieser Welt mit der Erde zu haben behaupteten, deshalb auch ihren Anteil an dem da Lebenden forderten, „Götter und Gott“, die sich für Schöpfer und Herrn der Erde, der Luft, des Feuers, des Wassers, der Stürme, des Donners und Hagels, des Erdbebens, der Mißernte, der Pest und der Krankheiten ausgaben und ihre Forderungen durch Flüche und Drohungen mit allen diesen und noch ärgeren Plagen zu erzwingen trachteten.

Kapitel 12

Früher schon haben sich die Menschenscharen, je demnach auf welchem Orte der Erde sie lebten, zu Völkern, Nationen, und zu ihrem äußeren Aussehen, der Farbe und sonstigen solchen Merkmalen nach (welches im seelischen Astralleibe begründet ist) zu Rassen gebildet; schon vor und zu jener Zeit, von welcher da gesprochen ist, gab es unter den beisammen hausenden Stämmen, Völkern und Nationen lehrende, führende, leitende und mehr oder weniger von den Ihren selbst als maßgebend anerkannte Einzelne, gegeben und auch frei gewählt; um die vorher erwähnte Zeit aber gab es auch schon Herrscher, die sich selbst zu solchen aufschwangen und schon zog man Unterschiede zwischen reich und arm, frei und abhängig, hoch und niedrig, schon begann man das Gute und das Böse und demnach auch die Wahrheit und die Lüge so zu drehen, wie es dem eigenen Prestige der einzelnen nach Gutdünken dienlich schien, schon beneidete der eine Große und Mächtige, die größere Macht und Herrlichkeit des anderen, schon gab es Fehden, Unterdrückung und Benachteiligung der Armen. – –

Zu schweren Zweifeln, Zerwürfnissen, Kämpfen und Kriegen kam es aber erst dort, wo ein oder gar mehrere Propheten als Mittler des bösen, finsteren Geistes und der Seinen aufgetreten sind mit Offenbarungen, daß Macht und Machtgewalt über das Recht steht, das Böse gut ist, um Gewolltes zu erzwingen, daß Rache geübt werden muß zum abschreckenden Beispiel, nach dem Vorbilde des sich da vermittelst des ihn erkannten Seelen des Jenseits offenbarenden Rachegottes, der mit seinen „Göttern“ Blut- und Brandopfer an Mensch und Tier fordert und fluchend die furchtbarste Rache zu nehmen droht an allen, die seine Forderungen zu erfüllen, auch nur zögern.

Diese Propheten förderten Fehden und Kriege und kam es dann infolge dieser zu Verwüstung, Elend, Not und Krankheiten, sahen viele darin die strafende Faust jenes Rachegottes, dessen Propheten Stimme sie zu wenig beachtet und die Propheten diesen Umstand für ihren „Gott und Götter“ ausnützend, drängten zur Darbringung der geforderten Blut- und Brandopfer desto mehr.

Die Wahrheit und das Wissen über Den wahren, ewigen, allgütigen Gott, über das eigene ewige Sein, über das Geschehen unseres Auszuges aus Dem Reiche Gottes, über die Ursachen und über den wahren Zweck unseres irdischen Daseins, wurde immer mehr verdrängt, vielfach auch gänzlich erdrückt und vergessen, das Unwissen über Gott und sich selbst breitete sich aus, man wendete alles Sinnen und Trachten allein dem Irdischen zu und der Scharen der Armen bemächtigten sich immer größere Zweifel an allem.

Um den grimmigen Zorn des Rachegottes und seiner bösen „Mitgötter“ zu besänftigen und den unaufhörlichen Drohungen der fürchterlichsten Rache zu entgehen, fanden sich viele bereit, nicht nur die besten, kräftigsten, fehlerlosen und gesündesten Haus- und Herdentiere, sondern auch Menschen groß und klein, zu opfern und um sich selbst nicht gänzlich auszurotten, wurden Raubzüge zu jenen Mitmenschen unternommen, auf die der Rachegott mit seinen „Mitgöttern“ durch die Propheten seines Geistes, als auf die ihn hassenden und seinen Forderungen trotzenden hinwies, – und diese in Scharen, samt dem ihnen gehörigen Vieh gefangen, wurden dem unstillbaren Blutdurst des Rachegottes und seiner „Götter“ geopfert.

Es wurden Priesterschaften des bösen Gottes und böser Götter gegründet, durch Propheten und Priester wurde besonders alle männliche Erstgeburt von Mensch und von Vieh dem Rachegott „geweiht und geheiligt“, der Schrecken der armen Menschenscharen wuchs – und die Hölle mit all ihrer Finsternis und Greueln, – obwohl stets nur zeitlich und örtlich begrenzt, wütete auf Erden.

Durch das Auftreten der wahren, Dem allgütigen, ewigen wahren Gott dienenden und mit den reinen Wesen Seines Reiches in Verbindung stehenden Propheten, die stets mitten in dem größten und ärgsten Wüten der Hölle auf Erden sich einfanden, wurde demselben Wüten vielfach Einhalt geboten, oft wurde es auch gänzlich abgestellt selbst dann, so derselbe Prophet seine Sendung mit dem Verluste des eigenen irdischen Lebens besiegelt hat, bevor es noch zur gänzlichen Abstellung der Greuel gekommen ist.

Wurde das Wüten der Hölle in einem Lande also abgestellt, flammte es früher oder später anderswo wieder auf, zerrüttet an Leib und Seele, wurden die Menschen von einem Zweifel in andere Zweifel getrieben, in schwer zugänglichen Wäldern und Einöden zu „verwildern“, – und sprechen alte indische Überlieferungen von einem Zeitalter des Dvápara, von einem Zeitalter des Zweifels, oder der Zweifel, ist wohl auch da noch ein Korn der Wahrheit darin.

Das aber sei hier noch gesagt, daß die mit dem Beginne und während dieses Zeitalters aufgetretenen Propheten Der ewigen Wahrheit Gottes, alle ohne Ausnahme, Die seinerzeitige Menschwerdung Gottes verkündet haben, ausdrücklichst darauf hinweisend, die Finsternis der Hölle auf Erden wird eine solche werden, daß Gott Selbst Eine Menschengestalt annehmen und Selbst die Menschen zur wahren Gott- und Selbsterkenntnis führen wird.

Die Zahl, der während der langen Reihe von Jahrhunderttausenden dieses Zeitalters da gewesenen wahren und großen Propheten, geht über fünfhundert hinaus, so man von dem Wirken und Mitwirken von vielen, vielen Tausenden der kleineren und kleinen guten Propheten absehen will; der Umstand, daß die großen Propheten mitunter mehrere zu gleicher Zeit auf Erden in verschiedenen Ländern und bei verschiedenen Völkern zugleich wirkten, machten ihre Zahl erklärlich, wie auch der Umstand, daß die Zeitabstände zwischen der Sendung einzelner dieser Propheten sehr ungleich waren, manchmal nur zwei bis drei Jahrhunderte betragend, niemals aber sind zwischen dem Erscheinen wahrer Propheten auf Erden mehr als zweitausend Jahre verlaufen.

Von diesen wahren Propheten hat Christus gesprochen, so Er von wahren Propheten und Gerechten sprach, und daß ihre Reihe bei Seiner eigenen Ankunft und Menschwerdung den größten Propheten aller Zeiten, Johannes den Täufer brachte, bestätigt Christus Selbst; – haben wahre Propheten lange Zeiten zuvor, Die seinerzeitige Menschwerdung Gottes voraussagend verkündet, konnte Johannes verkünden und hat verkündet:  „ G o t t  –  D i e   e w i g e  W a h r h e i t  i s t  d a ! “

Kapitel 13

Nochmals weisen wir ausdrücklichst darauf hin, daß unsere da kurz berührten Hinweise auf jene uralten indischen Überlieferungen, die das Alter indischen Menschendaseins angeben, weder uns maßgebend sind, noch auch wem immer es sei, maßgebend sein sollen, denn kommen sie bezüglich des da kurz zusammengedrängt Besprochenen von allen den heute bekannten alten und uralten Überlieferungen und Sagen der Wahrheit am nächsten, sind sie dennoch weit, weit davon entfernt, Tatsachen und Wahrheit voll zu beinhalten.

Ihre Erwähnung hat keinen anderen Zweck, als allein den denkenden Menschen die Tatsache vor die Augen zu führen, daß und wie sich in den Überlieferungen, Sagen und selbst auch „Dichtungen“, wohl Körnchen und Körner Wahrheit bis auf den heutigen Tag doch und trotz allem erhalten haben und zu finden sind, so man sie guten Willens und ein wenig mehr wissend, als sonst bekannt ist, einer richtigen Betrachtung unterzieht und würdigt – –; also allein darauf weisen wir hin. –

Es soll daher keinem Menschen einfallen, wir wollten durch die Berührung dieser Überlieferungen dieselben etwa zu einer Grundlage der wahren Erkenntnis irgendwie erheben, oder auf Grund des ihnen heute noch eigenen Körnchens Wahrheit, sie als Wahrheit erklären wollen, denn alles das ist uns ferne, die wir Den, Der allein Die ewige Wahrheit, Das wahre Licht und Das wahre ewige Leben, Der also allein Der einpersönliche, wahre, ewige Gott ist, wesentlich-persönlich kennen und Ihn allezeit auch schauen und sprechen können.

Es soll kein Mensch denken oder gar boshaft behaupten: Aha! Da sehet ihr! Wiedermals eine Anpreisung und Emporhebung „heidnisch-indischer Götterlehren“, gegen den „wahren Glauben“ gerichtet, – – – nein!, niemand denke falsch oder gar absichtlich falsch in dieser Weise, denn nicht den indischen Götterlehren, nicht der alten und uralten indischen Weltanschauung und nicht der uralten indischen Philosophie gelten unsere da erwähnten Hinweise, sondern einzig und allein der, sich in den Überlieferungen und Sagen erhaltenen Zeitverläufe irdischen Menschendaseins, die bezüglich der Gesamtsumme, wie schon gesagt, von allen anderen Überlieferungen, Sagen und prophetischen Offenbarungen über das Dasein der Menschen, der Tatsache und Wahrheit noch am nächsten kommen – und allein deshalb ziehen wir sie da mit in Betracht. – – –

Wenden wir uns aber nochmals eine Reihe von Jahrhunderttausenden zurück; – mit der Ankunft und mit dem Wirken böser Menschen, die auf Erden ihre einst bei dem Auszuge aus Dem Reiche Gottes sich selbst geschaffenen unreinen Eigenschaften erst recht großzogen, wurden viele andere ihrer Mitmenschen von ihrem wahren Wissen und ihrer wahren Erkenntnis abgelenkt und schon das konnte nicht ohne Folgen bleiben.

Das Erscheinen der Seelen dieser verstorbenen bösen Menschen auf Erden, mit dem sie in den niedersten Welten des Jenseits aufgefundenen bösen Geiste höllischer Finsternis und seiner Schar, das Auftreten finsterer, dem Trachten des bösen Geistes schadenfreudig dienender Propheten, die Schaffung gleich finsterer Priesterschaft, der von ihr eingeführte Glaubenszwang, die durch alles das entstandenen Zweifel, Zerwürfnisse, Kämpfe, Kriege und Verzweiflung, vernichteten allmählich, aber stetig fortschreitend, wenn stets auch zeitlich und örtlich noch so begrenzt, das wahre Wissen und die wahre Erkenntnis fast gänzlich.

Die Greuel der Forderungen des Rachegottes und seiner finsteren Neben- und Untergötter, der Zwang, an sie zu glauben und ihren blutdürstigen Forderungen nachzukommen, die eigene Angst, Furcht und Entsetzen vor den Drohungen und Flüchen des, kein Mitleid und kein Erbarmen kennenden, Rachegottes und der bösen Götter, verdrängte jede weitere innere Betrachtung über das eigene ewige Sein der Seele und des Geistes, über den Empfang des Lebens von und aus Gott in Seinem Reiche über unser Äonen von Zeiten währendes Leben, Schaffen und über unseren eigenwilligen Auszug von dort, über unser erstes Sterben in der Leere einer welten-, dingen- und sphärenlosen Kluft, über die Erschaffung dieser Welt mit der Erde für uns, über den wahren Zweck unseres Daseins, – kurz gesagt, alles das wahre Wissen, wurde zeitlich und örtlich so lange gedrosselt, bis es im Verlaufe der Zeiten dem fast vollständigen Vergessen anheimgefallen ist.

Gerade aber darauf war und ist das Trachten des Geistes höllischer Finsternis und seiner irdischen Knechte gerichtet, denn je tieferes Unwissen über Die ewige Wahrheit Gottes einpersönlich-wesentlich-lebendigen Seins und über alles das vorerwähnte Geschehen herrscht, desto mehr kann die Finsternis der Lüge triumphieren, desto leichter die Menschen auf Irrwege führen und sie so verderben, daß sie das Böseste den andern tuend, es gut heißen und schließlich aus eigenem selbst zu denken unwillig, oder gar schon unfähig, nicht allein die schwersten Irrtümer, sondern selbst auch aufgelegt greifbare Widersprüche und Lügen als Wahrheiten fanatisch verfechten.

Das aber muß gesagt werden, daß die Menschheit selbst in Zeiten des schwersten Unwissens, der schwersten Irrungen, Zweifel, Verkehrtheiten und Bosheiten, soweit sie zeitlich und örtlich begrenzt dahin gebracht und hinein gestürzt wurde, niemals Den Einen, wahren, ewigen und absolut guten, – „über alle Götter stehenden“ – Gott vollständig vergessen hätte, – stets hat sie Ihm (wie auch den guten „Göttern“) den Rachegott mit den bösen Göttern als tief unterstellt betrachtet und diesen die von ihnen ohne Unterlaß und unersättlich geforderten Blut- und Brandopfer, allermeist nur aus Furcht und Angst vor ihren Flüchen und furchtbarsten Rachedrohungen, dargebracht.

Unendlich groß waren die wohlberechtigten Zweifel der Menschenscharen an der wirklichen Gottheit des Rachegottes und der bösen Götter, und gleich groß die unberechtigten Zweifel an Dem Einen über alle und alles großen Gott, der dem Bösen eine solche Macht über die Menschen gibt und sie ihm schutzlos ausliefert; die finsteren Propheten und Priester aber, soweit sie solche Zweifler nicht sofort als Blut- und Brandopfer ihre „Vermessenheit“ büßen ließen, wußten den Rachegott samt den etwa noch andern angenommenen bösen Göttern als Vollstrecker des Willens der höchsten Gottheit hinzustellen, die unpersönlich, im Irdischen selbst nicht strafen und rächen kann, und deshalb dieses Geschäft andere ausüben läßt.

Kapitel 14

Ob und inwieweit der denkende Mensch berechtigt diese Jahrhunderttausende währenden Zeiten, ein Zeitalter der Zweifel nennen kann und will, soll jedermann frei überlassen bleiben; Tatsache aber ist und bleibt es, daß das Ende dieses Zeitalters auch heute noch in die Gegenwart herübergreift und handgreifliche Bestätigung in jenen Dokumenten und Dingen findet, die einerseits an sich in voller Geltung, andererseits in andern Dokumenten und Dingen, bis auf zehntausend Jahre zurückreichend, der heutigen Menschheit so lange verborgen geblieben sind, bis sie durch Gottes Vorsehung einerseits und durch suchende Forscher andererseits wieder an das Tageslicht gebracht wurden, soweit es eben geschehen konnte und geschehen ist.

Daß ein Teil der Forscher allen diesen vorhandenen und geltenden Dokumenten und Dingen vielfach eine ganz andere Deutung, als der andere Teil gibt und zu geben sucht, daß dieselben Forscher durch- und gegeneinander um den wahren Sinn, Geist und Bedeutung der vorhandenen und geltenden Dokumente, wie auch um das wirkliche Alter der Dinge, über das an alles das geknüpfte Tun, Lassen, Schaffen und Wirken der damaligen Menschen und über vieles mehr noch schwer streiten, ändert an den Tatsachen der vorhandenen Dinge und an dem wahren Sinne und Geiste der Dokumente gar nichts und ist deshalb weder maßgebend, noch ausschlaggebend, weil die Dinge wie auch die Dokumente das beste und beredsamste Zeugnis ihrer selbst sind.

Sonderbar muß es aber jeden denkenden und wissenden Menschen anmuten, so er in den uralten indischen Überlieferungen und Sagen, das Zeitalter der Gegenwart, als das Zeitalter der Sünde genannt und kennzeichnet, wie auch überdies noch den Beginn dieses Zeitalters, mit bestimmtem Jahr, Monat und Tag festgelegt findet, wozu wir nichts weiter, als allein nur Folgendes sagen müssen:

Bringt diese altindische Überlieferung, so wie sie heute besteht und wie sie den Wissenden bekannt ist, den Beginn des Zeitalters der Sünde, mit dem Ende des „großen und langen Krieges“ und mit dem Beginne der Regierung des Königs Pándava-Parixit in Zusammenhang, soll von uns aus auch das seine Richtigkeit haben; – allein dieselbe Überlieferung, wie sie heute besteht, obwohl sie auch den Namen – 
S a n a k a  – kennt (nebenbeigesagt auch den des  R i b h u ), weiß heute gerade von diesem Propheten Sanaka nichts weiter zu berichten. – –

Und doch war es gerade dieser, durch den und durch dessen Jünger das Anbrechen des Zeitalters der Sünde von dem äußersten West des Aryana bis nach dem Osten des Arjavarta (Indien) verkündet werden sollte und bald auch verkündet wurde.

Mit seinen Jüngern von Pancanada am Sindhu kommend, prediget er den dort sich befehdenden Völkern Aryanas den Frieden und kam auch nach Ari-Sava in Madai; dort traf er einige, aus dem Süden Kenaans stammende Propheten, deren Anführer sich  H u n v e r  –  M e t h u e l  (Vollstrecker des Willens Gottes) nannte, einen El-Schaddim, namens Ja-hu, predigte, für diesen Blut- und Brandopfer an Mensch und Tier forderte und jenen Siege über andere versprach, die das beste und meiste an diesen Opfern ihm darbringen.

Dagegen trat Sanaka mit seinen Jüngern entschieden auf, fand auch beim König Nobon Gehör, worauf Hunver-Methuel mit den Seinen flüchtete; nach monatelangem Wirken in Madai, wandte sich Sanaka gegen Aram, wo er erfuhr, daß Hunver im südlichsten Kenaan den großen Stamm der Kaaniter (Geniter) gewonnen, als Gesandter seines Gottes dort herrsche und seine Lehre Verbreitung findet.

Als er Anstalten traf, hin zu ziehen, wurde ihm durch die Anhänger seiner Lehre, die miteinander und auch durch seine Jünger in fester Verbindung standen, von dem aufs neue in Arjavarta ausgebrochenen Kriege berichtet und er eilte hin; am Wege aber mußte er mit eigenen Augen sehen, daß die vom Hunver-Methuel gestreute Saat nicht vernichtet wurde, sondern vielfach aufgegangen ist, trotz dessen Flucht, und er ließ alle seine Jünger zurück, damit sie bis zu seiner Rückkehr gegen den bösen Geist wirken.

Bei Melchor am Sindhu (Indus) gelangt, kam ihm ein Gesicht des Treibens des bösen Geistes durch dessen Propheten Hunver und gleichzeitig wurde ihm von reinen Wesen der lichten Welt der Anbruch der großen Sünde auf Erden verkündet, der Anbruch jener Zeit, in welcher der böse Geist höllischer Finsternis endlich Menschen gefunden hat und weiter finden wird, die ihn als ihren  a l l e i n i g e n  Gott annehmen und allein ihm opfern werden, Wahrheit und Lüge, Bosheut und Güte, Tod und Leben, und Finsternis und Licht in ihm wähnend.

An demselben Tage trat König Parixit-Pándava die Regierung des „großen Landes“ an und Sanaka, dessen Mühe viel zur Beendigung des neu ausgebrochenen Krieges beigetragen hatte, predigte nun den Anbruch und den Beginn des Zeitalters der Sünde, welches in den Ländern gegen Untergang der Sonne durch das Wirken des finsteren Propheten Hunver-Methuel, seinen Anfang bereits genommen hat, – und daß, soweit er selbst als Prophet Gottes unterrichtet ist, er die Voraussagen aller dagewesenen wahren Propheten bestätigt und es voraussieht, daß diesem Geschehen, welches auf Erden seinesgleichen niemals zuvor gefunden und gehabt hat, kein Prophet mehr begegnen wird können, sondern nur Gott persönlich-wesentlich Selbst, indem Er Selbst Eine Menschengestalt annehmen und Sich den Menschen persönlich-wesentlich zu erkennen geben wird.

Daß diese Predigten und Voraussagen der mächtigen indischen Priesterschaft nicht genehm gewesen sind, trotzdem sie selbst mehrere Menschwerdungen ihrer Götter als bereits wiederholt geschehen lehrten, und daß ihr Unwille zum Zorn und Haß gegen Sanaka aufgeflammt ist, desto mehr, je mehr er auch ihnen die Widersprüche und Lügen ihrer Lehren vorhielt, braucht niemanden wundernehmen, wie auch nicht die traurige Tatsache, daß Sanaka zu seinen in Aryana zurückgelassenen Jüngern nicht mehr zurückgekehrt ist.

Als Ribhu, selbst ein Prophet und treuer Begleiter Sanakas, die Kunde von dessen Ermordung erhielt, zog er von zwei seinen Jüngern gefolgt nach Kenaan, um gegen die Lehren höllischer Finsternis zu wirken; seine vier Jahre lang währende Tätigkeit dort, brachte gar vielfach gute Frucht und nun wandte er sich an den Stamm der Kaaniter (Geniter) selbst und kam auch nach Kada (Gada), dem Wohnsitze des Hunver-Methuels, der das Volk im Banne des Willens seines finsteren Gottes hielt, und dessen Forderungen sich alle willenlos beugten.

Als Ribhu mit seinen zwei Jüngern (Ann und Nasar) dort angekommen ist, traf er das Volk bei einem großen Blut- und Brandopferfeste versammelt, dessen Abschluß, die öffentlich vor den Augen aller durchgeführte Beschneidung zweier neu aufgenommenen Priester, bildete; diese Ansammlung der Menschen und den Schluß des Festes benützte Ribhu, um alsogleich an Ort und Stelle zu predigen und mit mächtiger Stimme allen die traurige Tatsache vor die Augen zu führen, welch' einer Finsternis der Hölle sie dienen und wie sie dadurch die allumfassende Güte Des wahren ewigen Gottes freveln und lästern.

Hunver selbst, eine Hörnerkrone auf dem Kopfe, mit glänzendem Brustschild und blutdurchtränktem Leinenrock angetan, die Opferblutschale noch in den Händen haltend, stand da, zu seiner Rechten den Blutopferstein, auf welchem obenan der Thronsessel seines blutlechzenden Gottes über und über mit Blut der Opfer besprengt stand, zu seiner Linken den noch rauchenden und qualmenden Brandopferherd, hörte der Predigt des Ribhu lange mit zu, ohne sich zu rühren oder irgend ein Zeichen seines Unwillens zu geben; – als Ribhu mit noch mehr erhobener Stimme rief:

„Der finstere Geist der Hölle hat viele Völker gefangen und sie seinem blutrünstigen Trachten dienstbar gemacht und nicht mit Unrecht weiset ihr darauf hin, daß auch sie, wenn auch in anderer Art und Weise und deshalb eurer finsteren Meinung nach ungenügend, doch auch dem bösen Gotte und den bösen Göttern opfern, ist es doch Tatsache, daß sie einen solchen Gott und Götter böse nennen. Niemals aber ist gehört worden und niemals ist es noch dagewesen, daß ein Stamm oder ein Volk, den finsteren und blutrünstigen Rachegott der Hölle zu seinem einzigen und alleinigen Gott sich erwählt und erhoben hätte, Den wahren, ewigen und allgütigen Gott vergessend und Ihn verwerfend. Erst jetzt unter euch und durch euch ist das Furchtbarste geschehen; – wir sind nur unwürdige Propheten Des wahren, ewigen, allgütigen Gottes; wie aber alle unsere Vorgänger den verirrten Menschen alle Zeiten hindurch verkündet und vorausgesagt haben, daß Der wahre, allgütige, ewige Gott Selbst zur gegebenen Zeit auf die Erde herniederkommen und Selbst Mensch werden, Sich Selbst in Seiner da angenommenen Menschengestalt den Menschen offenbaren wird, damit sie Ihn an dem Geiste Seines gesprochenen lebendigen Wortes und an der Kraft Seiner Werke erkennen, und sich Ihm wieder, wie einstens schon in der Ewigkeit, zuwenden.“

„Dasselbe verkünde ich mit diesen Meinen da und sage euch, daß ihr selbst das Zeichen jener Zeit seid, und durch eure Werke das Zeichen der Zeit gebt, die das größte Geschehen aller Zeiten der Ewigkeit, Die persönliche Menschwerdung Des alleinig wahren, allgütigen Gottes fordert und an diesem Zeichen der Zeit, die ihr da durch eure finsteren Werke schaffet, ersehen wir, daß die Zeit der Menschwerdung Gottes nahe ist.“

„Wir, die wir Seine Propheten sind, sind viel zu unbedeutend, viel zu schwach und klein, um der Finsternis das Licht geben und den Greueln derselben Finsternis auf Erden Einhalt gebieten zu können; – Er aber wird kommen und bald wird Er kommen, denn die Zeit ist da, durch euch begonnen, und Er wird diesen Greueln der Finsternis Einhalt gebieten, dieser Sünde, die den Geist der Hölle zu ihrem alleinigen Gott erhebt, weil allein die Sünde sein Sinnen und Trachten ist.“

Die Hände ausbreitend und zu den Höhen der Unendlichkeit schauend, rief er: „Allgütiger, ewiger, großer und wahrer Gott! Von den Deinen wissen wir, daß Du hernieder kommen wirst, –“

da aber traf mit schwerer Wucht, die von Hunver geworfene Opferblutschale das Kinn des Predigers und wie auf ein Zeichen warf sich die Meute brüllend und tobend auf die Drei; Hunver- Methuel befahl, sie vor die Stadtmauer zu schleppen, an das Haupttor zu hängen und also wurden sie an Händen und Füßen an die Balken des Tores angenagelt; – da aber Ribhu zu der Menge über die Sünde ihrer Anbetung des blutrünstigen Geistes der Hölle, über ihre weitaus noch ärgere Sünde, einen solchen blutrünstigen Rachegott, zu ihrem alleinigen Gott emporgehoben zu haben, weiter sprach, und weiter von der kommenden Menschwerdung Des wahren ewigen Gottes predigte, wurde ihm ein Knebel in den Mund getrieben und hernach auch den beiden andern, da sie die Predigt fortsetzten.

Am nächsten Tage wurden alle drei abgenommen, vor den Brandopferherd geschleppt, dem Rachegotte erst durch Beschneidung geweiht und dann verbrannt.

Kapitel 15

Nicht also die Persönlichkeit des Pándava Königs und nicht die, den Antrittstag seiner Regierung begleitenden oder ihm vorangegangenen Ereignisse in eigenem Lande, sondern das da erwähnte, von den Propheten miterlebte, nach Indien gebrachte und dort weiter verkündete Geschehen, ist der wahre Kern der altindischen Überlieferung über den Anbruch des Zeitalters der Sünde, – und wer immer es sei, der halbwegs nur wissend und aus eigenem zu denken fähig ist, der mit offenen Augen wirklich sehen, mit offenen Ohren wirklich hören und halbwegs nur guten Willens wirklich auch erkennen will, der wird und muß erkennen, inwieweit und inwieferne er dieses Zeitalter, welches einunddreißig Jahrhunderte vor Der Menschwerdung Gottes in Christo, mit den da kurz geschilderten Ereignissen begonnen hat, ein Zeitalter der Sünde aus eigenem nennen kann und will, oder auch nicht.

So unendlich klein und unbedeutend das Auftreten des finsteren Propheten Hunver- Methuel unter all den schweren Zweifeln und Irrungen jener Zeitwende, mit den Augen der Nachbarstämme und -Völker betrachtet, gewesen sein mag, – sahen die erwähnten wahren Propheten jener Zeit die unendliche Bedeutung und Tragweite, der von den finsteren Propheten des bösen Geistes der Hölle vertretenen und verbreiteten Lehre, klar und deutlich in der Zukunft sich auswirken, traten deshalb mit aller Entschiedenheit und Entschlossenheit dieser nie zuvor dagewesenen Sünde entgegen und gaben ohne Zögern ihr irdisches Leben für Die Wahrheit dahin, wissend, daß ihre Selbstaufopferung nicht ohne gute Frucht bleiben wird.

Unter Nachbarstämmen und -völkern, die vielfach selbst in schwersten Zweifeln und Irrungen befangen, dem blutrünstigen Rachegott und den bösen „Göttern“ gelegentlich selbst auch Greuel an Blut- und Brandopfern darbrachten, konnten diese, von einem Stamme in großem Ausmaße und ständig geübt, nicht gar so besonders auffallen und allein nur darum handelt es sich den wahren Propheten weniger, als vielmehr um die Tatsache der nie zuvor dagewesenen Lüge und Sünde, die gerade durch den finsteren Propheten und durch den gewonnenen Stamm auf Erden festen Fuß gefaßt hat, indem diese Menschen den finsteren, bösen und blutrünstigen Rachegott der Hölle zu ihrem alleinigen „Gott“ erhoben haben.

Allein ihm alles Böse und Gute, Lüge und Wahrheit, Versuchung und Strafe, Haß und Liebe, Tod und Leben, Rache und Erbarmen, Krieg und Frieden, Erhaltung und Vernichtung, Finsternis und Licht, Seligkeit und Verdammnis, Sein und Nichtsein, Gerechtigkeit und Willkür zuschreibend, trug der finstere Prophet einen solchen Geist, als – „alleinig wahren Gott, außer dem kein anderer Gott sei!“ – auch schon unter die andern Völker, bis nach Aryana, wie es das dortige Zusammentreffen des Sanaka und der Seinen mit Hunver-Methuel schon gezeigt hat.

Wie sehr die Sorge Sanakas, Ribhus und der Ihren berechtigt war, hat das wenig spätere Auftreten des zweiten! Saddrah-Astra, (Zoroaster), des Malhi-Saddah, (Melchisedek), des Pharao Rah-neb-suti Chuen-Aten, mit dem Propheten und Oberpriester Sut-ench-Amen und der andern wahren Propheten, – mehr aber noch die Zukunft selbst gezeigt und bestätigt, – denn als die Not am größten war und derselbe blutrünstige Geist höllischer Finsternis, als „allein wahrer Gott“ stark verbreitet, viele Völker in seinen Bann und Sumpf zu ziehen drohte, kam auch der Zeitpunkt herbei, den alle wahren Propheten Jahrhunderttausende hindurch voraus verkündet haben, als den Zeitpunkt, an dem Gott Selbst persönlich-wesentlich Mensch werden wird.

Gott – Die ewige Wahrheit hat diese Voraussagen
Der Seinen, von Ihm gesandten wahren Propheten,
aber auch Sich Selbst bestätigt,
das größte Geschehen aller Zeiten der Ewigkeit fand statt
in Der Menschwerdung Gottes,
Der allein Die ewige Wahrheit, Das wahre Licht
und Das wahre, ewige Leben ist:
C h r i s t u s !,
Dem allein sei unsere Anbetung, Dank, Preis, Ehre und Herrlichkeit,
in der uns heiligenden Kraft des Grußes:
„Hochgelobt sei Gott, – Der da ist Jesus Christus, –
in Seinem heiligen Geiste ewiger Wahrheit!“ –


Nachwort

Wer da nun von den lieben Mitmenschen als unseren lieben Brüdern und lieben Schwestern, kommt und fragt:

Welchem Geiste die da jetzt bestehende Gemeinde Der Wahrheit dient?", dem reichet diese wenigen Blätter hin, damit er den wahren Sinn und Geist, des da zusammengedrängten und nur in groben Umrissen Gegebene lese und guten Willens selbst urteile, ob er Die Wahrheit darin erkennen, lebendig miterfühlen, annehmen, behalten, befolgen und weiter tragen kann, - oder ob er es nicht will und nicht kann.

Was in diesen wenigen Blättern, wie auch in den bereits umfangreichen anderen schriftlichen Mitteilungen an die lieben Geschwister der Gemeinde Der Wahrheit gegeben ist, ist nicht von Menschen und nicht ein Wissen der heutigen Menschheit, sondern das Wissen derjenigen, die im Lichte Des heiligsten Wesens und Geistes Gottes Christi stehen, Dieses wahre Licht mit dem Lichte der wahren Welt Des Reiches Gottes Christi, ihr heiliges Eigen nennen dürfen und die deshalb, weil sie aus Der Wahrheit und Kinder Gottes sind, allein auch Die reine Wahrheit bringen und geben.

Daß sie aber also im Irdischen aufs neue wirken und der Menschheit = D a s (!) bringen und geben können, = W a s (!) ihr zu bringen und zu geben, sie aufs neue von Dem berufen und gesandt sind, Der sie einst schon auf Erden berufen und gesandt hat, ist ihnen auch der Mittler gesandt, durch den sie also wirken und der ihnen trotz aller Widerwärtigkeiten, die ihm die finstere Bosheit zugefügt hat und weiter zufügt, unentwegt und unverdrossen weiter willig dient, und wohl auch weiter, bis an sein irdisches Ende dienen wird, weil er der ist, der er eben ist und den die Bosheit der Finsternis niemals der ewigen Wahrheit abwendig machen kann.

Der Geist, Dem die Gemeinde Der Wahrheit dient, und Ihm zu dienen sich als wahre Christengemeinde verpflichtet hat, ist Der heilige Geist Gottes Christi; Gottes Christi heiliger Geist, ist der heilige Geist der Wahrheit, Güte, Liebe, Erbarmung, Vergebung, Gerechtigkeit und Selbstaufopferung, - aus welchem Grunde Ihm alles Gegenteilige fremd ist und, wer immer dieser unseren wahren Christengemeinde auf Erden als Schwester oder Bruder zugehörig sein will, der muß lernen und trachten in Diesen heiligen Eigenschaften selbst auch tätig und werktätig zu werden und zu sein, denn nur dann kann er den andern als Vorbild dienen.

Hier angelangt, weisen wir die lieben Geschwister nochmals hin, unsere kurzen Weihnachtslehren 1933 und Neujahr 1934 gründlich zu lesen, - denn eine fremde Bosheit, Heimtücke und Verlogenheit, nennt Bosheit das, daß die Gemeinde der Wahrheit, die fremde Bosheit unter sich nicht dulden will, nicht dulden kann und auch nicht dulden darf, damit nicht ein zweitesmal das geschehe, was leider schon geschehen ist.

Die Bosheit wird es niemals einsehen und schon gar niemals zugeben, daß diejenigen, die in Der Wahrheit verharren wollen, mit Menschen eines gegenteiligen Trachtens und Wirkens keine Gemeinschaft und Geschwisterschaft haben können, da niemand Gott und dem Teufel zugleich dienen kann.

Der Gemeinde Der Wahrheit, soll sie berechtigt
Diesen Namen tragen, muß einzig und allein
Die ewige Wahrheit maßgebend sein und maßgebend bleiben!
Die ewige Wahrheit aber war, ist und bleibt
von Ewigkeit zu Ewigkeit
Gott Christus allein, weil allein nur Er!

Die ewige Wahrheit, Das wahre Licht und Das wahre ewige Leben ist, Was Er nicht allein nur wiederholt Selbst gesagt, sondern auch durch Werke aberhundertmal auf Erden bestätigt hat, die allein Gott, - Der Er ewiglich ist, - tun kann.

Wer allein ihm nachfolget, wer allein in Seinem heiligsten Namen und Geiste sammelt, wer allein Ihn in Der Wahrheit erkennt, Die allein Er ewiglich ist, wer von Ihm Die Wahrheit weiß und in Seiner ewigen Wahrheit allein an Ihn glaubet im wahren Wissen, und wer allein in Den erhabenen Eigenschaften Seines heiligsten Wesens und Geistes für seine Mitmenschen werktätig zu sein trachtet, Das mit tuend, Was Er als Das Heiligste uns da gelassen hat, mit der Weisung:

"Tuet Es! zum Zeugnis und zur wahren Erkenntnis Meiner Menschwerdung, Meines Wirkens auf Erden und Meiner Selbstaufopferung!", wer alles Das guten Willens und in wahrer Erkenntnis Seiner zu tun ehrlich trachtet, nur der ist Sein, - ein Gotteskind und lebt das wahre ewige Leben schon hier auf Erden, mag es ihm die Bosheit der Finsternis noch so vergällen und zu verbittern trachten.

Christo also, aber auch nur Christo allein! sucht die Gemeinde der Wahrheit zu dienen und ihre Mitmenschen zu Christo!, aber allein zu Christo! zu führen, und Christus, der allein wahre, ewige, einpersönliche Gott wird es geben, daß es im zwanzigsten Jahrhundert nach Seiner Menschwerdung, nach Seinem wesentlich-persönlichen Wirken, nach Seiner so furchtbaren Selbstaufopferung, nach Seiner glorreichen Auferstehung und nach Dem Wiedereingehen in Sein Reich, - nicht wiedermals zu einer Christenverfolgung, nämlich zur Verfolgung jener kommt, die allein und nur allein in Ihm Den wahren, ewigen, einpersönlichen Gott kennen, weil sie wissen, daß allein Er Die ewige Wahrheit, Das wahre Licht und Das wahre ewige Leben ist, weil sie weiter wissen, daß sie als Wesen der Seele und des Geistes eines ewigen Seins sind, daß sie das Leben von Ihm, Der allein Der wahre Vater alles Lebens ist, weil allein Er Das wahre ewige Leben Selbst ist, von Ihm empfangen haben, in der wahren, für sie geschaffenen Welt Seines Reiches, und daß dieses Geschehen der Anfang der Zeiten für uns alle ist.

Wer also ein Kind Gottes Christi in der Wahrheit, Die allein Er ewiglich ist, werden will, der komme, lasse sich weiter in Der Wahrheit unterrichten, denn über Alles(!), Was mit der Erkenntnis Der ewigen Wahrheit und der wahren Selbsterkenntnis im Zusammenhang steht, bekommt er Auskunft und Aufklärung zu seinem eigenen zeitlichen und ewigen Heile.

Der heilige Segen und Friede Gottes Christi, sei euch allen zuteil durch den heiligen Gruß:

"Hochgelobt sei Gott, - Der da ist Jesus Christus! -
in Seinem heiligen Geiste Der Wahrheit - Die Er ist
von Ewigkeit zu Ewigkeit!"

Quelle

Karl Karnik: Die Wahrheit über Gott,..., Gemeinde der Wahrheit, Wien 1934