Untersberg

Aus ThuleTempel
Wechseln zu: Navigation, Suche
Das Untersbergmassiv von Salzburg aus gesehen
Der Untersberg ist der nördlichste Ausläufer der Berchtesgadener Alpen und liegt zwischen der Stadt Salzburg und Berchtesgaden im sogenannten "deutschen Eck". Dieser schöne Landstrich auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland liegt in der Umarmung des österreichischen Bundeslandes Salzburg.


Name und Bedeutung

Erste Hinweise auf den Namen des Untersberg finden sich in einer Urkunde des Salzburger Erzbischof Konrad IV. von Salzburg vom 28. Juni 1306, in der er als Vndarnsperch genannt wird. Dieser Name kommt in jüngeren Urkunden in ähnlicher Schreibweise vor und verändert sich schließlich zu Untersberg, übrigens ein Name, der mit und ohne "s" häufig vorkommt.

Die Diskussion um die Deutung des Namens beginnt Mitte des 19. Jahrhunderts, weil man sich damals besonders für den Sagenreichtum und die mythologische Bedeutung des Berges interessierte. Bereits in der ältesten gedruckten Fassung der Untersbergsagen, dem Brixner Sagenbuch (1782), heißt es im Titel: "Von dem berühmten Salzburgischen Untersberg oder Wunderberg". Der Wunderberg ist der "Berg der Unteren", der in den Berg Entrückten. Daran schließen sich Versuche, den Namen von Wotan oder Odin abzuleiten. Im Text Isais-Erdenwandern (2.) wird der Untersberg auch tatsächlich "Wodinsberg" genannt.

Berge und Ihre Namen hatten jedoch für die Landbevölkerung bis zum Aufflammen des Alpinismus Ende des 19. Jahrhunderts keine vergleichbare Bedeutung - Berge wurden weitgehend gemieden und gefürchtet. Wirtschaftlich jedoch wurde der Berg über die Jahrhunderte hinweg als Weideland und Rohstoffquelle genutzt. Die ältesten Ansiedlungen auf und an dem Berg stammen aus der Kelten- und Römerzeit. Sie befanden sich auf den östlichen und südlichen Hochflächen unterhalb der höchsten Erhebung, dem Berchtesgadener Hochthron, also "unter dem berg". Auch dieser Deutungsversuch wurde verworfen, und heute sind viele Historiker der Überzeugung, daß Untersberg "Mittagsberg" bedeutet. Seine geographische Lage, bezogen auf das Hauptsiedlungsgebiet Salzburg und den Sonnenstand, erlaubt eine Zeitangabe. Das altgermanische Wort "untarn" bzw. "untorn", ist eine Bezeichnung für eine mittägliche oder früh nachmittägliche Rast oder Jause, und damit diente der Untersberg wahrscheinlich als "Sonnenuhr" für die nördlich anwohnende Bevölkerung. Untarn oder Untern ist weiterhin im bairischen Dialekt ein Ausdruck für die Mittagszeit, auch für das Mittagessen, oder gelegentlich für die Mahlzeit am Nachmittag (Daher auch der „Unternschlaf“). Von Salzburg aus gesehen steht die Sonne in der Mittagszeit über dem Untersberg. Er ist damit einer der zahlreichen „Mittagsberge“.

Schon 1914 stellte W. Erben allerdings zu dieser Diskussion lapidar fest: "Alles das erschwert die Annahme, daß man ihm eine vom Sonnenstand genommene Bezeichnung gegeben und das eine solche sich in der ganzen Gegend durchgesetzt haben sollte. Deshalb muss auch weiterhin die Möglichkeit einer mythologischen Herkunft des Bergnamen im Auge behalten werden."

Vielleicht stellt die Bezeichnung "Mittagsberg" auch einen Hinweis auf die Verbindung zum jenseitigen Mitternachtsberg dar?

Lage und Geographie

Karte "Deutsches Eck" - der Pfeil zeigt auf das Untersbergmassiv

Rund zwei Drittel des 70 km² umfassenden Massivs liegen in Bayern, die Staatsgrenze zu Österreich läuft durch den nördlichen Teil über die Gipfel Ochsenkopf (1780 m), Mitterberg (1840 m) und den Salzburger Hochthron (1853 m).

Die Ostkante des Plateaus bilden von Nord nach Süd das Rauheck (1892 m), der Gamsalp Kopf (1886 m) und der Berchtesgadener Hochthron, der mit 1972 m die höchste Erhebung des Untersbergs ist.

Nach Süden hin hat der Untersberg einige Vorberge wie den Nierntalkopf (1135 m), die Rauhen Köpf (1604 m und 1518 m), die Kneifelspitze (1189 m), den Gschirrkopf (1013 m), Eckberg (1012 m) und Hochzinken (923 m) (alle von Ost nach West).

Mythen

Zahlreiche Mythen und Sagen ranken sich um den Untersberg. Eine davon besagt, dass Kaiser Karl der Große im Untersberg auf seine Auferstehung wartet; alle hundert Jahre wacht er auf, und wenn er sieht, dass immer noch die Raben um den Berg fliegen, dann schläft er ein weiteres Jahrhundert. Solange wird der Kaiser von den "Untersberger Mandln" umsorgt. Bei ihnen handelt es sich um zwergenähnliche Gestalten, die dem Kaiser treu ergeben sind.

In einer anderen Version der Sage handelt es sich um Friedrich Barbarossa, der in dem Berg bis zu seiner Auferstehung schläft. Sein Bart wächst um einen runden Tisch. Bis jetzt reicht er zweimal herum. Doch wenn er die dritte Runde beendet hat, beginnt das Ende der Welt. Und es heißt, nach ihm solle kein guter Kaiser mehr kommen (Letztere Sage gilt allerdings ähnlich auch für den Kyffhäuser, einen waldreichen Bergrücken südlich des Harzes.

Eine andere, wenngleich ähnliche Variante besagt, dass wenn der Kaiser erwacht und den Untersberg verlässt, die letzte große Schlacht der Menschheit auf dem Walserfeld stattfindet.

Eine verwandte Sage besagt, dass an einem vertrockneten Birnbaum auf dem Walserfeld der Kurfürst von Bayern zur letzten Schlacht seinen Wappenschild hängen wird.

Siehe auch

Riesen und wilde Frauen vom Untersberg

Der Birnbaum auf dem Walserfeld

Der Blick in die Zukunft

Verweise

Quelle

Christian F. Uhlir: Im Schattenreich des Untersberges - Von Kaisern, Zwergen, Riesen und Wildfrauen. Books on Demand Gmbh, Norderstedt 2004, ISBN 3-8334-2118-5